Brief schreiben

Dein Sprachcoach-Blog

März 9

Im digitalen Zeitalter1 sind Briefe seltener geworden. Vieles geht inzwischen digital oder lässt sich schneller per E-Mail klären – aber längst nicht alles.

Wer in Deutschland lebt, merkt bald, dass gerade bei Behörden noch vieles über den Postweg2 läuft. Da ist es wichtig, zu wissen, wie man einen Brief schreibt oder auf ein Schreiben antwortet. Auch für deine Deutschprüfung sind Kenntnisse übers Briefeschreiben relevant, insbesondere ab B1-Niveau.

Außerdem lassen sich die Anforderungen an einen Brief wunderbar auf E-Mails übertragen. Und die brauchen wir häufig im beruflichen Kontext und in der Kommunikation mit Unternehmen.

Brief schreiben – formell und informell?

Ob du einen Brief an eine Behörde schreiben musst oder deinen Freunden aus deinem Urlaub berichten möchtest, sind zwei Paar Schuhe3. Beide beinhalten aber eine Anrede, eine Grußformel, deinen Namen bzw. deine Unterschrift.

Der informelle Brief

Bei informellen Briefen kannst du in einem lockeren Ton schreiben, der der Beziehung zu deinen Adressaten entspricht, also der Person, die du in deinem Brief ansprichst. „Informell“ heißt „nicht offiziell“, darum gibt es für informelle Briefe keine besonderen Anforderungen.

Ein informeller Brief könnte folgendermaßen aussehen:

Beispiel: Brief an eine Freundin

Liebe Tanja,

ich hoffe, dir und deiner Familie geht es gut.

Wir sind nun schon eine Woche in Deutschland und genießen die Zeit hier sehr. Das Wetter könnte besser sein, aber die Menschen sind freundlich. Morgen verlassen wir unser kleines Dorf am See und fahren nach Berlin. Ich bin schon sehr gespannt auf die Hauptstadt. Das Brandenburger Tor und die vielen Museen! Auch ein Theaterstück wollen wir uns ansehen.

Ich schreibe dir wieder, wenn wir aus Berlin zurück sind.

Liebe Grüße

Melanie

Wie du siehst, beinhaltet der Brief eine Anrede, einen Einleitungssatz, den eigentlichen Brieftext, eine Schluss- und eine Großformel sowie den Namen des Verfassers bzw. eine Unterschrift. Diese Punkte gelten auch für den formellen Brief, den wir uns im Folgenden genauer anschauen.

Der formelle Brief

Schreibst du einen formellen Brief, gibt es einiges zu beachten. Formelle Briefe brauchst du, wenn du dich bewirbst oder mit einer Behörde oder einem Unternehmen kommunizierst, zum Beispiel wenn du einen Antrag stellst oder einen Vertrag kündigst.

Generell gilt: Schreibe stets sachlich und höflich.

Ein formeller Brief könnte folgendermaßen aussehen:

Beispiel: Bewerbungsschreiben

Sehr geehrte Frau Schmidt,

ich habe Ihre Stellenanzeige zur Marketingassistenz gelesen und möchte mich gern darauf bewerben.

Anbei finden Sie meinen Lebenslauf und meine Zeugnisse.

Ich freue mich auf Ihre Rückmeldung.

Mit freundlichen Grüßen

Simone Sauer

Vom Aufbau des reinen Anschreibens her sind sich formelle und informelle Briefe ähnlich. Der Text allein ist aber noch nicht alles. Formelle Briefe haben weitere Anforderungen, die es zu erfüllen gilt.

Brief schreiben – Aufbau

Formelle Briefe beginnen immer mit dem Absender (inklusive Adresse), Datum und Empfänger. Informelle Briefe benötigen dies nicht, aber wer das Datum ergänzen möchte, kann das gern tun.

Danach folgen die Anrede und der Brieftext. Dieser besteht, wie jede Textart, aus Einleitung, Hauptteil und Schluss. Mit der Grußformel und deinem Namen endet der Brief.

Der Briefkopf

Der sogenannte Briefkopf ist der obere Teil eines Briefes. Darin sind sowohl deine Adresse als auch die des Empfängers angeführt sowie das Datum und eventuelle weitere Informationen wie Kunden- oder Vorgangsnummern.

Oben links steht deine Adresse, oben rechts das Datum. Mit etwas Abstand (ca. 4 bis 5 Zeilen) folgt links die Adresse des Empfängers.

Beispiel: Briefkopf

Simone Sauer                                                                                               15. März 2025

Sonnenallee 15

12345 Wohnort

Bürobedarf Köhler GmbH


Frau Schmidt

Firmenstraße 28

45678 Firmensitz

Der Betreff

Anschließend folgt die Betreffzeile, in der du kurz und knapp erläuterst, worum es in deinem Brief geht. In einer E-Mail schreibst du den Text in das entsprechende Feld unterhalb der E-Mail-Adresse, in einem Brief markierst du die Zeile fett und setzt sie etwas von Briefkopf und Anrede ab, damit sie ins Auge sticht.

Hier einige Beispiele:

Bewerbung um die Position als Marketingassistenz

Ihre geforderten Unterlagen zum Wohngeldantrag vom 15. März 2025

Anfrage zu Lieferbedingungen

Kündigung meines Internetvertrags

Wie du siehst, ist der Betreff kein Hexenwerk4, aber wichtig, damit der Empfänger gleich zuordnen kann, worum es in deinem Schreiben geht. In größeren Unternehmen und bei Behörden gibt es meistens eine Poststelle. Die ordnen die Briefe je nach Anliegen und Ansprechpartner zu.

Die Anrede

Bei formellen Briefen sollte auch die Anrede formell sein. Dazu nutzen wir in der Regel „Sehr geehrte Frau …“ oder „Sehr geehrter Herr …“. Ist dir dein Ansprechpartner nicht bekannt, nutze das allgemeine „Sehr geehrte Damen und Herren“.

Die Anrede endet immer mit einem Komma und bildet damit einen Teil eines Satzes. Dein Schreiben beginnt folglich mit Kleinschreibung (wenn das erste Wort nicht generell großgeschrieben wird). Lass dazwischen eine Zeile frei, sodass sich die Anrede optisch etwas vom Brieftext abhebt.

Beispiel: Sehr geehrte Damen und Herren,

ich habe Ihre Stellenanzeige zur Kundenberaterin gelesen und möchte mich gern darauf bewerben.

Ist dir bei dem Beispiel etwas aufgefallen? In formellen Briefen siezen wir den Adressaten. Das heißt, wir nutzen das höfliche Anredepronomen „Sie“ und die dazugehörigen Formen „Ihr“, „Ihnen“ usw.

Informell kannst du den Adressaten ansprechen, wie du möchtest bzw. wie ihr das gewöhnlich tut. Generell aber gilt: Bist du unsicher, ob du eine Person duzen kannst oder siezen solltest, geh auf Nummer sicher und verwende „Sie“.

Formelle Anrede Deutsch: Ratgeber-Bild mit Beispielen und Sprachcoach Maria

Der Brieftext

Nun geht es an den eigentlichen Text. Erläutere dein Anliegen klar und deutlich. Formuliere möglichst präzise und vermeide lange, verschachtelte Sätze. Achte außerdem auf eine klare Struktur, also eine logische Anordnung deiner Punkte.

Das heißt: In der Einleitung nennst du den Grund, warum du den Brief schreibst. Ordne deine weiteren Informationen in Absätzen an, damit den Schreiben übersichtlich ist. Schließe mit einer höflichen Schlussformel oder einer klaren Bitte.

Beispiel: Kündigungsschreiben

Sehr geehrte Damen und Herren,

hiermit kündige ich meinen Internetanschluss zum 30.04.25.

Wegen eines Umzugs ist es mir nicht möglich, meinen Vertrag fortzuführen. Daher bitte ich Sie, diesen fristgerecht zum Ende des nächsten Monats zu beenden.

Bitte senden Sie mir zeitnah eine Kündigungsbestätigung.

Mit freundlichen Grüßen

Annelise Bauer

In diesem Beispiel ist die Kündigung das Anliegen des Briefes, das gleich zu Beginn mitgeteilt wird. Er endet aber mit einer klaren Bitte, und zwar der Zusendung einer Kündigungsbestätigung. Das heißt, er dient nicht der reinen Informationen, sondern verlangt eine Antwort.

Grußformel und Unterschrift

Briefe enden stets mit einer freundlichen Grußformel und einer Unterschrift bzw. dem Namen des Verfassers.

Die Grußformel „Mit freundlichen Grüßen“ ist Standard in formellen Briefen. Setze sie also gern jedes Mal ein, wenn du eine Behörde oder ein Unternehmen anschreibst. Alternativ sind „Freundliche Grüße“ oder „Mit freundlichem Gruß“ möglich.

Bei regelmäßigem und freundlichem Austausch kannst du auf „Herzliche Grüße“ oder „Mit bestem Gruß“ ausweichen. Sei dir aber sicher, dass der Empfänger dies nicht als unangemessen empfindet. „Liebe Grüße“ bietet sich eher bei informellen Briefen an und sollte bei offizieller Korrespondenz nicht verwendet werden.

Im Gegensatz zur Anrede endet die Grußformel nicht mit einem Komma. Sie bleibt ohne Satzzeichen.

Unterschreibe deinen Brief möglichst handschriftlich, aber nenne darunter noch einmal deinen vollständigen Namen. Unterschriften sind ja nicht immer leserlich. E-Mails enden allein mit deinem Namen.

Der Briefumschlag

Möchtest du einen Brief verschicken – ganz gleich, ob einen formellen oder informellen –, brauchst du einen passenden Briefumschlag und musst diesen richtig beschriften. Bei einer falschen Beschriftung läufst du Gefahr, dass er nicht zugeordnet werden kann und nicht ankommt. Damit dein Brief nicht verloren geht oder an dich zurückgesandt wird, schauen wir uns im Detail an, wie du deinen Brief richtig adressierst:

Oben links in die Ecke schreibst du den Absender – das bist du. Dorthin schreibst du deinen Namen und deine Adresse. So weiß der Empfänger sogleich, von wem der Brief stammt, und die Post hat eine Rücksendeadresse, sollte dein Brief nicht zugestellt werden können.

Unten rechts, etwas mittig, schreibst du die Adresse des Empfängers. Achte darauf, auch das Land zu ergänzen, sollte dein Brief ins Ausland geschickt werden.

Oben rechts in die Ecke kommt die Briefmarke. Hast du keine zur Hand, kannst du den Brief zu einer Poststelle bringen, dann übernehmen das die Mitarbeiter.

Hast du alle Punkte beachtet, steht deinem Brief nichts mehr im Weg. Frankiere ihn mit einer Briefmarke und werfe ihn in einen Briefkasten oder bringe ihn zur Post. Dann kommt er ein paar Tage später beim Empfänger an.

Suchst du Vorlagen, um einen Brief zu schreiben? Dann lade dir hier unsere PDF herunter.

Fragen & Antworten:

Was gehört in einen Brief?

In einen Brief gehören sämtliche relevante Informationen wie die Adressen von Absender und Empfänger, das Datum, der Grund für das Schreiben (der Betreff), der Brieftext inklusive Anrede, Grußformel, Name und Unterschrift des Verfassers.

Wie schreibt man einen Brief?

Formelle Briefe werden generell sachlich und höflich geschrieben. Formuliere präzise und strukturiere deine einzelnen Punkte. Verwende das höfliche Anredepronomen „Sie“. Bei informellen Briefen kannst du deinen Adressaten duzen, wenn das zwischen euch üblich ist.

Wie strukturiere ich einen Brief?

Ein formeller Brief beginnt mit dem Briefkopf, in dem sich die Adressen und sonstige wichtige Informationen befinden. Anschließend folgen der Betreff, die Anrede, Einleitung, Hauptteil und Schluss sowie eine Grußformel und Name und Unterschrift.

Wie schreibe ich die Adresse richtig auf einen Brief?

Die Adresse des Empfängers/Adressaten kommt rechts unten, etwas mittig, auf den Briefumschlag und in den Briefkopf des eigentlichen Anschreibens, unterhalb der Adresse des Absenders.

Muss man den Absender auf den Brief schreiben?

Ja, es ist wichtig, den Absender, also die eigene Adresse, in den Briefkopf und auf den Briefumschlag zu schreiben. So hat die Post eine Rücksendeadresse, sollte es bei der Zustellung Probleme geben, und der Empfänger weiß genau, von wem der Brief stammt.

Ist Brief schreiben für B1 prüfungsrelevant?

Ja, auf dem B1-Niveau ist es durchaus üblich, Briefe zu schreiben. In den meisten Sprachkursen wird dies auf dem Sprachlevel geübt, und auch in Prüfungen kann ein Brief als Aufgabe vorkommen.

Wortschatz:

  1. digitale Zeitalter, das: Epoche seit dem 20. Jahrhundert, in der die neuen Technologien mehr und mehr unser Leben bestimmen ↩︎
  2. auf dem Postweg/über den Postweg: mit der Post verschickt ↩︎
  3. zwei Paar Schuhe: zwei verschiedene Dinge, die man nicht miteinander vergleichen kann ↩︎
  4. etwas ist kein Hexenwerk: etwas ist einfach und von jedermann zu bewerkstelligen: ↩︎

Lass dich nicht entmutigen, wenn es länger dauert, die deutsche Sprache zu meistern. 

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