„Morgen“ groß oder klein?

Dein Sprachcoach-Blog

Januar 6

Schreibt man „morgen“ groß oder klein? Diese Frage beantworten wir hier! Eine Sache kann ich dir schon verraten: Ob „morgen“ groß- oder kleingeschrieben wird, hängt von der Bedeutung ab1.

Grafik mit der Frage „Morgen groß oder klein?“. Links ein Cartoon-Junge mit Sprechblase „Guten Morgen!“, wobei das „M“ hervorgehoben ist. Rechts eine Frau im gelben T-Shirt („deutsch ist cool“) hält die Hand ans Ohr. Unten links das Logo „Dein Sprachcoach“.

„Morgen“ klein oder groß?

Schauen wir uns diese Bedeutungen genauer an! Stell dir vor, du triffst eine Freundin und du möchtest sie fragen, ob sie am nächsten Tag zu deiner Geburtstagsfeier kommt. Du fragst sie:

Guten Morgen, Tina! Wie geht‘s dir? Sehen wir uns morgen zu meiner Feier?

Fällt dir etwas auf? Na klar!

„Morgen“ wird hier einmal großgeschrieben, ein anderes Mal aber kleingeschrieben. Du siehst also, dass es zwei verschiedene Schreibweisen von „morgen“ gibt. Je nach Bedeutung schreibst du „morgen“ groß oder klein.

Sehen wir uns das Beispiel genauer an, damit du unterscheiden kannst, in welchen Situationen du „morgen“ groß- oder kleinschreiben musst.

„Guten Morgen“ Rechtschreibung

Im ersten Satz „Guten Morgen, Tina!“ schreiben wir das Wort „Morgen“ groß. Warum? Du schreibst „Morgen“ immer groß, wenn du die Tageszeit meinst. Der Morgen beschreibt die Zeit vom frühen Tagesbeginn bis zum Mittag. Beispiele für eine Tageszeit im Deutschen sind:

  • der Abend
  • der Nachmittag
  • der Morgen

„Morgen“ ist hier ein Nomen, das oft mit einem Artikel verwendet wird. Dieser Artikel kann mit einer Präposition verschmelzen2:

Am Morgen (an dem Morgen) gehe ich mit meinem Hund in den Wald.

Merke dir:

Spricht man über die Tageszeit, also den Morgen, dann wird Morgen großgeschrieben.

Den Begriff Morgen kannst du für den gesamten Vormittag verwenden oder auch in feststehenden Wendungen3 und Grußformeln. Hier nutzt du natürlich auch die Großschreibung.

Beispiele

Einen schönen guten Morgen!

Ich wünsche euch einen schönen Morgen!

Einen wundervollen Morgen!

Wie schreibe ich „heute Morgen“? Groß oder klein?

Du hast bisher gelernt, dass du „Morgen“ großschreibst, wenn du dich auf eine Tageszeit beziehst. Wie schreibst du nun „heute Morgen“? Groß? Klein? Was denkst du?

Richtig! Du schreibst „heute Morgen“ groß, weil du mit „Morgen“ die Tageszeit meinst. Duden sagt übrigens, dass die „heute-morgen-Schreibweise“ zu den größten Rechtschreibproblemen im Deutschen gehört.

Das Wort „heute“ ist ein Adverb und wird natürlich kleingeschrieben.

Wann schreibst du „morgen“ klein?

Beschäftigen wir uns nun mit der Kleinschreibung von „morgen“. Du schreibst „morgen“ klein, wenn es um den nächsten Tag geht. In diesem Fall handelt es sich um ein Adverb:

Ich freue mich auf morgen. = Ich freue mich auf den nächsten Tag.

Wie schreibst du zum Beispiel „bis morgen“? Klein oder groß? Natürlich klein! Denn du meinst damit den nächsten Tag:

Die neuen Wörter musst du bis morgen lernen. = Die neuen Wörter musst du bis zum nächsten Tag lernen.

Hast du Lust auf noch mehr Beispielsätze? Kein Problem!

Beispiele

Ich treffe morgen meinen Freund.

Ab morgen esse ich weniger Schokolade.

Hast du morgen Zeit?

Bis morgen!

Achtung: Beschreibst du etwas, das regelmäßig passiert, kannst du anstatt des Nomens „Morgen“ das Adverb „morgens“ verwenden. Das schreibst du wie alle Adverbien klein: Ich gehe morgens spazieren.

Fragen & Antworten

Wird „morgen“ groß- oder kleingeschrieben?

Es gibt verschiedene Schreibweisen: „Morgen“ und „morgen“. Es kommt immer auf den Kontext an!

Warum wird „morgen“ manchmal groß und manchmal klein geschrieben?

Sprichst du von der Tageszeit, nutzt du das Nomen „Morgen“, das großgeschrieben wird. Meinst du den nächsten Tag, verwendest du das Adverb „morgen“, das du kleinschreibst.

Wann schreibt man „Morgen“ groß?

Das Wort Morgen wird großgeschrieben, wenn es sich um die Tageszeit handelt. Als Nomen bezeichnet es die Zeitspanne vom frühen Morgen bis zum Mittag: Ich esse jeden Morgen einen Apfel.

Wortschatz

  1. etwas hängt von etwas anderem ab: etwas kommt darauf an, ist abhängig von etwas
  2. verschmelzen: sich verbinden
  3. Wendung (die): hier: feste Verbindung aus Wörtern


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Artikel von:

Fabienne

Die deutsche Sprache begeistert mich jeden Tag aufs Neue. Ich bin Dozentin und liebe es zu unterrichten.

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