Deine Freunde waren bei dir zu Besuch und du möchtest dich kurz vor dem Schlafengehen noch einmal für den schönen Abend bedanken. Du schreibst: „Danke, dass ihr da ward!“ Aber Moment mal … Ist das so richtig?
Du bist dir unsicher und änderst den letzten Buchstaben deiner Nachricht: „Danke, dass ihr da wart!“ Was ist nun richtig?
Hast du dich auch schon einmal gefragt, ob du „wart“ oder „ward“ schreiben musst? Gut, dass du da bist, denn wir erklären dir den Unterschied in der Rechtschreibung „ward“ oder „wart“! Am Ende des Artikels weißt du immer die richtige Antwort und die Frage „Schön, dass ihr da wart oder ward“? ist für alle Zeiten1 geklärt.
„Ihr ward“ oder „ihr wart“?
„Ihr wart – ihr ward?“ wird oft falsch geschrieben. Bei Muttersprachlern zählt die Verwechslung von „ward“ und „wart“ zu den häufigsten Fehlern in der deutschen Rechtschreibung. Das sagt auch Duden.
Warum werden „ward“ und „wart“ eigentlich so oft verwechselt? Die Frage kannst du dir selbst beantworten, indem du diese Wörter laut vorliest: Ihr ward – ihr wart. Und nochmal: Ihr wart – ihr ward. Fällt dir etwas auf? Richtig! Du hörst keinen Unterschied!
Die Buchstaben t und d am Ende eines Wortes werden im Deutschen gleich ausgesprochen. Obwohl man keinen Unterschied hört, muss man aber die richtige Schreibung von „ward“ oder „wart“ beachten.
Und das kann ich dir schon einmal verraten: Es ist immer nur eine Form richtig! Welche ist es? „Ward“ oder „wart“?
Beispielsätze „ward oder wart“?
Schau dir diese Beispielsätze genau an:
Beispielsätze mit „wart“
Wart ihr heute beim Training?
Ihr wart doch nur bis gestern im Urlaub.
Warum wart ihr nicht da?
Gestern Abend wart ihr zu Hause.
Mit Sicherheit2 ist dir aufgefallen, dass es immer heißt: „wart ihr“ oder „ihr wart“ und nicht „ward ihr“ oder „ihr ward“.
Die richtige Form lautet also immer: „ihr wart“ mit t am Ende.
Merke
„wart“ ist die Präteritum-Form von „sein“ in der zweiten Person Plural („ihr“): ihr wart.
Damit du dir diese Form auch ganz lange merken kannst, hilft dir eine Eselsbrücke. Eselsbrücken sind nämlich Merkhilfen, die dafür sorgen, dass etwas ganz lange in deinem Gedächtnis gespeichert wird.
Ward-ward-Eselsbrücke
Bist du gut darin, etwas zu suchen? Dann versuch mal, in den Beispielsätzen von oben ein kleines Wörtchen zu finden, das immer zusammen mit „wart“ verwendet wird. Hast du es gefunden? Prima!
Alle Beispielsätze verwenden das Pronomen „ihr“.
Das ist deine Eselsbrücke zum Lernen: Bezieht sich das Verb auf ein ihr, dann wird immer die Verbform wart mit t gebildet.

Warum nicht „ward“?
Das Wort „ward“ findest du in sehr alten deutschen Texten, wie zum Beispiel in Märchen3 oder der Bibel4: „Es ward Nacht und die Sterne erschienen am Himmel.“ „Ward“ ist hier die Vergangenheitsform für die 1. und 3. Person Singular Präteritum von „werden“.
In modernem Deutsch lautet der Satz so: „Es wurde Nacht und die Sterne erschienen am Himmel.“ Heutzutage wird also nur die Form „wurde“ verwendet. „Ward“ gehört damit definitiv nicht in deinen aktiven Wortschatz!
Super! Sei wahnsinnig5 stolz auf dich! Denn wir haben gemeinsam die Lösung des „ward“ oder „wart-Problems“ gefunden und wir sagen „Schön, dass ihr da wart!“ Die Frage „ihr wart oder ward“? kannst du nun sicher beantworten!
Fragen & Antworten
Du musst immer „wart“ schreiben. Das ist die 2. Person Plural Präteritum des Verbs „sein“.
In der Frage „Wo wart ihr?“ schreibst du das Wort „wart“ mit t.
Die Form „ward“ findest du nur noch in alten Texten, wie zum Beispiel in Märchen.

Wortschatz:
- für alle Zeiten: für immer
- mit Sicherheit: bestimmt, definitv
- Märchen (das): kurze erfundene Geschichte, Welt ist in Gut und Böse eingeteilt
- Bibel (die): religiöse Textsammlung der Christen
- wahnsinnig: hier: sehr

