Verben mit Akkusativ(-Ergänzung)

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Juni 6

Die Deutsche Sprache kennt vier Kasus. In diesem Beitrag geht es um einen davon – den Akkusativ, den wir nach bestimmten Präpositionen und Verben nutzen. Und genau diese Verben mit Akkusativ schauen wir uns hier an!

Akkusativ – was ist das?

Was ist ein Akkusativ? Das kann man leicht erklären: Es gibt im Deutschen 4 Fälle: den Nominativ, den Genitiv, den Dativ und den Akkusativ. Der Akkusativ ist der vierte Fall (Kasus) und fragen kannst du danach mit „wen oder was?“. Er wird daher auch „Wen-Fall“ genannt.

Im Akkusativ können alle deklinierbaren Wortarten stehen, also Nomen, Artikel, Pronomen, Adjektive oder Zahlwörter. Und hier sind ein paar Akkusativ-Beispielsätze:

  • Lisa hat einen Hund. (Was hat Lisa? – Einen Hund)
  • Ich liebe dich. (Wen liebe ich? – dich)
  • Kannst du mir das versprechen? (Was kannst du mir versprechen? – das)

Der Akkusativ zeigt an, um welche Person oder Sache es geht. Der vierte Fall drückt also aus, wen oder was eine Handlung betrifft. In der deutschen Grammatik begegnen dir Begriffe wie „Akkusativobjekt“ oder „Akkusativ-Ergänzung“. Was ist das genau?

Objekte sind Satzglieder und ein Objekt kann in verschiedenen Kasusformen stehen, zum Beispiel im Akkusativ. Ein Akkusativobjekt heißt in der deutschen Grammatik auch direktes Objekt oder auch Akkusativ-Ergänzung.

Normalerweise bestimmt das Verb im Satz, in welchem Fall das Objekt steht. Und das solltest du unbedingt wissen: Sehr viele deutsche Verben nutzen den Akkusativ! So kann man auch erklären, warum das Thema „Verben mit Akkusativ“ oder „Verben mit Akkusativ DaF“ so oft in Deutschbüchern, Deutschkursen oder Artikeln vorkommt.

Verben mit Akkusativ-Ergänzung: Wie erkenne ich sie?

Verben mit Akkusativ nutzen den vierten Fall nicht nur, sondern sie verlangen ihn sogar! Aber was heißt „verlangen“? Das bedeutet, dass bestimmte Verben ein Satzglied im Akkusativ brauchen. Hier ein Beispiel: Ich liebe.

Hä? Wen? Was? Es ist gut, wenn du irritiert1 bist! Denn „Ich liebe“ ist kein vollständiger Satz! Es fehlt die entscheidende2 Information, nämlich wen oder was ich liebe. Und diese wichtige Information ist die nötige Akkusativ-Ergänzung.

Damit es ein richtiger Satz wird, müssen wir hinzufügen, wen oder was ich liebe: Ich liebe Urlaub. / Ich liebe meine neuen Schuhe. / Ich liebe meinen Ehemann.

Wie erkennst du nun Verben, die eine Akkusativ-Ergänzung verlangen? Das sind zum Beispiel Verben, die den Zusatz etwas haben: etwas machen, etwas essen oder etwas sagen. Dieses Etwas wird im Satz dann durch eine Sache ersetzt, die im vierten Fall steht:

Ich mache Sport (was?) und dann esse ich Schokolade (was?).  

Am Ende des Artikels wartet eine Liste voller typischer Verben mit Akkusativ auf dich!

akkusativ verben

Verben mit doppeltem Akkusativ

Im Deutschen gibt es ein paar Verben mit Akkusativ, die sogar zwei Akkusativ-Ergänzungen verlangen. Das ist zwar selten, gehört aber zum Thema „Verben mit Akkusativ“ definitiv3 dazu.

Diese Verben mit Akkusativ in doppelter Form brauchen eine Person und eine Sache als Ergänzung, damit der Satz einen Sinn ergibt und grammatikalisch richtig ist. Solche Verben mit Akkusativ-Ergänzung im Doppelpack sind abfragen, angehen, lehren, nennen und kosten:

  • abfragen: Der Lehrer fragt mich (wen? 1. Akkusativ-Ergänzung) die Vokabeln (was? 2. Akkusativ-Ergänzung) ab.
  • angehen: nur in der Bedeutung „das betrifft dich nicht“: Das geht dich (wen? 1. Akkusativ) nichts (was? 2. Akkusativ) an! „Morgen gehen wir das Problem an.“ Hier verwendest du angehen nur mit einfachem Akkusativ.
  • lehren: Der Dozent lehrt uns (wen? 1. Akkusativ) die Verben mit Akkusativ (was? 2. Akkusativ).
  • kosten: Diese Wohnung kostet mich (wen? 1. Akkusativobjekt) 500 Euro (was? 2. Akkusativobjekt) im Monat.

Eine kleine Info nebenbei: In einigen Dialekten wird die Person bei lehren und kosten nicht in den Akkusativ, sondern in den Dativ gesetzt. Nach den strengen Regeln der Grammatik ist das aber falsch.

  • nennen/heißen: Sie nennt mich / heißt mich (wen? 1. Akkusativ) einen Lügner (was? 2. Akkusativ).

In der Umgangssprache werden übrigens oft Formen gewählt, die den doppelten Akkusativ vermeiden. So kannst du zum Beispiel sagen: „Der Lehrer fragt die Vokabeln ab“ oder „Diese Wohnung kostet 500 €“. Das funktioniert, wenn klar ist, wer etwas macht oder wen etwas betrifft.

Verben mit Präpositionen: Akkusativ richtig verwenden

Es gibt Verben, auf die eine bestimmte Präposition folgt. Und diese Verben musst du immer mit der passenden Präposition lernen! Die Präposition sagt dir im Deutschen nämlich meistens, welchen Kasus du verwenden musst. Die Präpositionen für, gegen und um nutzen immer Verben mit Akkusativ:  

  • Ich suche ein Geschenk für meine Freundin. (für + Akk.)
  • Ich klopfe gegen die Tür, aber niemand macht auf. (gegen + Akk.)
  • Das Auto fährt um die Kurve. (um + Akk.)

 Und das sind typische Akkusativ-Verben mit einer festen Präposition:

  • A1 – A2:

arbeiten für, informieren über, sich interessieren für, sprechen / reden über, antworten auf, jemanden bitten um, jemandem danken für, denken an, jemanden einladen auf, sich entscheiden für, sich entscheiden gegen, sich entschuldigen für, sich erinnern an, sich freuen auf, sich freuen über

  • Ab B1:

ankommen auf, sich ärgern über, aufpassen auf, ausgeben für, sich bei jemandem bedanken für, jemandem berichten über, Bescheid wissen über, sich beschweren über, sich bewerben um / auf, sich beziehen auf, jemanden bringen auf (Wer hat dich auf diese Idee gebracht?), demonstrieren für

  • Ab B2:

achten auf, anpassen an, sich aufregen über, sich begeistern für, sich bemühen um, jemanden beneiden um, sich drehen um (Heute dreht sich alles um Grammatik), eingehen auf, sich einigen auf, sich einsetzen für, sich engagieren für, sich erschrecken über, sich halten an / für, hoffen auf, investieren in

Aber Achtung! Nicht immer sagt dir die Präposition genau, welchen Kasus du nutzen musst. Es gibt nämlich sogenannte Wechselpräpositionen, nach denen entweder der vierte oder der dritte Fall steht. Diese Präpositionen können ihren Kasus wechseln. Dann stellt sich die Frage: Dativ? Akkusativ?

Wie findest du heraus, welchen Fall du nutzen musst? Hier hilft dir folgender Trick: Bekommst du auf die Frage wo? im Satz eine Antwort, dann fordert die Präposition den Dativ. Die Akkusativ-Frage ist wohin?

  • Das Buch liegt auf dem Tisch. Wo liegt das Buch? – auf dem Tisch -> Dat.
  • Er legt das Buch auf den Tisch. Wohin legt er das Buch? – auf den Tisch -> Akk.

Liste: Verben mit Akkusativ

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nachschlagen, nehmen, ordnen, organisieren, packen, parken, pflegen, planen, rauchen, reinigen, reparieren, reservieren, rufen, sagen, sammeln, schicken, schneiden, schreiben, sehen, singen, sparen, spielen, sprechen, stellen, studieren, suchen, tragen, treffen, trennen, trinken, trocknen, überweisen

unterrichten, unterschreiben, untersuchen, verbinden, verdienen, verkaufen, vermieten, verstehen, verteilen, wählen, wechseln, wählen, wiederholen, wissen, zahlen, zählen, zeichnen, ziehen

Und das ist eine gute Übung: Versuche, mit diesen Wörtern einen Satz mit Akkusativ zu bilden. Zum Beispiel so:

Henrik holt dich ab und wir backen einen Kuchen zusammen…

Ich bekomme schlechte Laune, wenn ich Hunger habe.

Fragen & Antworten:

Was sind Verben mit Akkusativ?

Sehr viele deutsche Verben nutzen den Akkusativ! Bestimmte Verben brauchen ein Satzglied im Akkusativ: Ich liebe Schokolade.

Was sind Verben mit doppeltem Akkusativ?

Im Deutschen gibt es wenige Verben mit Akkusativ, die sogar zwei Akkusativ-Ergänzungen verlangen. Diese Verben mit Akkusativ in doppelter Form brauchen eine Person und eine Sache als Ergänzung, damit der Satz einen Sinn ergibt: Dieses Auto kostet ihn (1. Akkusativ) 1000 € (2. Akkusativ).

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Wortschatz:

  1. irritiert sein: Fragen haben, verwundert sein ↩︎
  2. entscheidend: zentral, ausschlaggebend ↩︎
  3. definitiv: auf jeden Fall ↩︎

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Artikel von:

Fabienne

Die deutsche Sprache begeistert mich jeden Tag aufs Neue. Ich bin Dozentin und liebe es zu unterrichten.

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