Satzstellung und Satzteile

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Oktober 21

Die deutsche Sprache ist bekannt für ihre langen Sätze und ihren komplizierten Satzbau. Tatsächlich lassen sich Sätze problemlos so aneinanderreihen und verschachteln1, dass sogar Muttersprachler den Überblick verlieren.

Wer sich aber mit Satzstellung und Satzteilen auskennt, kann auch den längsten Satz in seine Bestandteile zerlegen und verstehen, was damit gesagt werden will. Und genau darum geht es hier. Los geht’s!

Was sind Satzteile?

Satzteile sind, wie der Name schon sagt, Teile eines Satzes. Man nennt sie auch Satzglieder oder Satzkonstituente.

Ein Satzteil kann ein einzelnes Wort sein, aber auch eine Wortgruppe oder gar ein ganzer Nebensatz (der wird in dem Fall Gliedsatz genannt). Du erkennst solche mehrteiligen Satzglieder daran, dass sie beim Umstellen des Satzes zusammenbleiben. Sie lassen sich nur gemeinsam, als Einheit, verschieben.

Schauen wir uns das an einem Beispiel an:

Beispiel: Satzteile bestimmen

Der fleißige Schüler macht seine Aufgaben an seinem Schreibtisch.

„Der fleißige Schüler“ ist das Subjekt des Satzes, „macht“ das Prädikat, gefolgt von einem Akkusativobjekt „seine Aufgaben“. Den Schluss bildet eine adverbiale Bestimmung des Ortes: „an seinem Schreibtisch“.

Wie du siehst, kommt es gar nicht so selten vor, dass Satzglieder aus mehreren Wörtern bestehen. Das Subjekt setzt sich zum Beispiel aus einem Artikel („der“), einem Adjektiv („fleißige“) und einem Nomen („Schüler“) zusammen. Satzglieder sind also keine Wortarten.

Welche Satzglieder gibt es?

Um Satzglieder bestimmen zu können, musst du zunächst wissen, welche es im Deutschen gibt. Schau dir dazu die folgende Liste an.

Subjekt
Prädikat
ObjektGenitivobjekt
Dativobjekt
Akkusativobjekt
adverbiale Bestimmungder Zeit (temporal)
des Grundes (modal)
der Art und Weile (modal)
des Ortes (lokal)

Satzteile bestimmen – so geht’s!

Wie du siehst, reicht es nicht aus, die Wortarten zu kennen, um ein Satzteil zu bestimmen. Da ein Satzglied aus mehreren Wörtern bestehen kann, kommen darin folglich2 auch mehrere Wortarten vor. Was du wissen musst, ist, welche Funktion ein Satzglied im Satz übernimmt. Herausbekommen kannst du dies mithilfe von Kontrollfragen, auf die wir im Folgenden näher eingehen.

Subjekt

Das Subjekt ist eines der beiden elementaren3 Satzglieder im Deutschen. Ohne ein Subjekt gibt es keinen Satz. Es kann aus einem Wort bestehen, aber auch aus mehreren. Schau dir dazu die beiden Beispiele an:

  1. Oma backt Kuchen → Das Subjekt ist hier „Oma“, also ein Wort.
  2. Die fleißigen Schüler lernen Deutsch → Das Subjekt ist hier „die fleißigen Schüler“, es besteht also aus drei Wörtern, und zwar einem Artikel, einem Adjektiv und einem Nomen.

Um herauszubekommen, welches das Subjekt ist, nutzen wir die Frage: Wer (Personen) oder was (Sachen) …?

Beispiel: nach dem Subjekt fragen

Wer backt Kuchen? Oma.
Wer lernt Deutsch? Die fleißigen Schüler.

Ein Subjekt kann ein Name (Marina, Thomas, Herr Müller) sein oder ein Nomen (ein Tisch, der Stuhl, das Mädchen), aber auch ein Pronomen (er, sie, es) oder eine Nominalisierung (das Rennen, das Musizieren).

Prädikat

Das Prädikat ist das zweite elementare Satzglied. Ohne ein Prädikat ist im Deutschen kein Satz möglich. Bleiben wir bei den bisherigen Beispielen:

Beispiel: Das Prädikat bestimmen

Oma backt Kuchen → Das Prädikat ist hier „backt“.
Die fleißigen Schüler lernen Deutsch → Das Prädikat ist hier „lernen“.

Auch das Prädikat kann aus mehreren Wörtern bestehen, beispielsweise wenn Modalverben ins Spiel kommen4, das Passiv oder andere Zeitformen:

  1. Oma hat Kuchen gebacken.
  2. Die fleißigen Schüler wollen Deutsch lernen.

Wie fragen wir hier nun nach dem Prädikat? Ganz einfach: Was macht das Subjekt?

Was macht Oma? Sie backt.

Was machen die fleißigen Schüler? Sie lernen.

Objekt

Objekte dienen dazu, weitere Informationen zu liefern. Mit dem Subjekt wissen wir, wer etwas tut, und durch das Prädikat, was getan wird. Aber Weiteres, zum Beispiel womit und warum das Ganze geschieht, wissen wir noch nicht. Dafür kommen die Objekte ins Spiel. Diese können je nach Verb in verschiedenen Fällen stehen. Lass uns nun genauer betrachten, welche Objekte vorkommen können.

Genitivobjekt

Manche Verben wie „anklagen“, „bedenken“ oder „entledigen“ erfordern ein Genitivobjekt. In der Praxis sieht das folgendermaßen aus:

Der Angeklagte wird des Bankraubs angeklagt.

Subjekt: Der Angeklagte

Prädikat: wird angeklagt

Objekt: des Bankraubs

Weißt du schon, wie wir hier nach dem Objekt fragen? Richtig. Wessen wird der Angeklagte angeklagt? Des Bankraubs.

Dativobjekt

Verben, die ein Dativobjekt verlangen, sind beispielsweise „antworten“, „danken“ und „folgen“.

Beispiel: Fragen nach dem Dativobjekt

Der Schüler antwortete der Lehrerin.

Wem antwortete der Schüler? Der Lehrerin.

Die Kontrollfrage des Dativs lautet also: Wem?

Akkusativobjekt

Zahlreiche Verben benötigen ein Objekt im Akkusativ. Dazu gehören „abholen“, „bestellen“ und „fotografieren“. Schauen wir uns das an einem Beispiel an:

Beispiel: Fragen nach dem Akkusativobjekt

Armin fotografiert gern Züge.

Wen oder was fotografiert Armin gern? Züge.

Präpositionalobjekt

Das Präpositionalobjekt nimmt eine Sonderstellung ein, denn anders als Genitiv-, Dativ- und Akkusativobjekt geht es nicht auf einen bestimmten Kasus zurück. Es erfordert, wie der Name schon sagt, eine Präposition. Das Objekt kann dann, je nach Präposition, entweder im Dativ oder im Akkusativ stehen, wie die folgenden Beispiele zeigen:

  1. Anna bekam von ihrem Freund eine Kette geschenkt.

Von wem bekam Anna eine Kette geschenkt? Von ihrem Freund.

Die Präposition „von“ erfordert den Dativ. Darum steht das sie begleitende Objekt also ebenfalls im Dativ. Die Kontrollfrage des Dativs ist wem, also fragst du hier: von wem?

2. Monika wartet auf ihre Mutter.

Auf wen wartet Monika? Auf ihre Mutter.

Bei dem Verb „warten auf“ handelt es sich um eine feste Verbindung. Die Präposition „auf“ kann zwar, je nach Verwendung, mit dem Dativ oder dem Akkusativ stehen. In dieser Verbindung aber ist nur der Akkusativ möglich. Darum steht „ihre Mutter“ hier im Akkusativ.

Adverbiale Bestimmung

Auch adverbiale Bestimmungen liefern weitere Informationen, und zwar zu einem Ereignis. Man nennt sie auch Umstandsbestimmungen, weil sie ausdrücken, wann, wo, wie und warum etwas geschieht. Sie beschreiben also den Ort, die Zeit, die Art und Weise und den Grund eines Ereignisses. Schauen wir uns dies einmal genauer an:

Lokales Adverbial

Lokale Adverbiale oder adverbiale Bestimmungen des Ortes nennen, wie der Name schon sagt, den Ort des Geschehens oder auch eine Richtung. Danach fragen kannst du mit: wo? woher? wohin?

Beispiel: Fragen nach dem kausalen Adverbial

Ich bin vom vielen Lernen sehr müde.

Warum bin ich müde? → vom vielen Lernen

Temporales Adverbial

Temporale Adverbiale oder adverbiale Bestimmungen der Zeit informieren darüber, wann etwas geschieht. Sie geben also den Zeitpunkt oder die Dauer an. Danach fragen kannst du mit: Wann? Seit wann? Wie oft? Wie lange?

  1. Emanuel geht jeden Dienstag zum Deutschkurs.

Wann geht Emanuel zum Deutschkurs? → jeden Dienstag

Modale Adverbiale oder adverbiale Bestimmungen der Art und Weise geben an, wie etwas geschieht. Fragen kannst du danach mit: wie? womit? auf welche Weise?

2. Die Kinder spielten lauthals im Garten.

Wie spielten die Kinder im Garten? → lauthals

Kausales Adverbial

Kausale Adverbiale oder adverbiale Bestimmungen des Grundes geben Auskunft darüber, warum etwas geschieht. Es geht also um die Ursache oder den Auslöser eines Ereignisses. Fragen kannst du danach mit: Warum? Weshalb?

Beispiel: Fragen nach dem kausalen Adverbial

Ich bin vom vielen Lernen sehr müde.

Warum bin ich müde? → vom vielen Lernen

Achtung: Verwechsele adverbiale Bestimmungen nicht den Adverben. Ein Adverb ist nämlich eine Wortart und eine adverbiale Bestimmung ein Satzglied und kann folglich aus mehreren Wörtern bestehen.

Die Satzstellung im Deutschen

Nun kennst du dich mit den Satzgliedern bestens aus. Schauen wir uns als Nächstes die Satzstellung, also den Satzbau, an, das heißt, welche Satzglieder in einem Satz wie angeordnet werden. Die Satzstellung im Deutschen ist zwar sehr flexibel, folgt aber dennoch einigen Regeln.

Die grundlegende Reihenfolge beim Satzbau im Deutschen lautet: Subjekt – Prädikat – Objekt.

Oma backt Kuchen.

„Oma“ ist das Subjekt,

„backt“ ist das Prädikat, und

„Kuchen“ ist das Objekt.

Die Satzstellung bei Fragen

Wie sieht die Satzstellung im Deutschen bei Fragen aus? Sicherlich ist dir schon aufgefallen, dass Fragen vom regulären Satzbau abweichen. Verwendest du ein Fragewort wer, wie, was, wieso, weshalb, warum – steht dieses am Satzanfang.

Beispiel: Fragen mit Fragewort

Wer kommt mit?
Wo ist der Bahnhof?
Warum fällt der Kurs heute aus?

Du brauchst aber nicht unbedingt ein Fragewort, um eine Frage zu stellen. Das geht auch mit einem Verb:

Beispiel: Fragen mit Verb

Lernst du heute für die Prüfung?
Gehst du am Wochenende ins Kino?
Hast du Lust, mit mir essen zu gehen?

Wichtig ist: Bei Fragen steht das Fragewort bzw. das Verb am Satzanfang. Fragen erkennst du außerdem daran, dass die Betonung am Satzende eine andere ist. Die Stimme wird angehoben.

Tekamolo

Hast du schon mal von Tekamolo gehört? Das ist eine Abkürzung und steht für die Reihenfolge der adverbialen Bestimmungen in einem Satz, die folgendermaßen aussieht:

Frau in rotem Anzug zeigt auf eine Tafel mit der Eselsbrücke ‚Tekamolo‘: Te – Temporal, Ka – Kausal, Mo – Modal, Lo – Lokal. Oben steht der Begriff ‚Tekamolo‘ fett hervorgehoben auf rotem Hintergrund. Unten links ist das Logo ‚Dein Sprachcoach‘.

Schauen wir uns das an einem Beispiel an:

Manuela joggt morgens wegen ihrer Gesundheit immer durch den Wald.

Manuela = Subjekt

joggt = Prädikat

morgens = temporale Bestimmung (Te)

wegen ihrer Gesundheit = kausale Bestimmung (ka)

immer = modale Bestimmung (mo)

durch den Wald = lokale Bestimmung (lo)

Wie du siehst, stehen die adverbialen Bestimmungen an dritter Stelle der Satzordnung: Subjekt – Prädikat – adverbiale Bestimmungen (Tekamolo). Untereinander folgen sie einer Reihenfolge, an der du dich gut orientieren kannst. Wundere dich aber nicht, wenn dir Sätze begegnen, in denen die Reihenfolge nicht eingehalten wurde. Sie ist lediglich eine Merkhilfe und folgt einer logischen und gängigen Struktur. Präge sie dir darum gut ein.

Satzteile bestimmen | Übungen

Nun wollen wir mal schauen, wie gut du die Satzglieder inzwischen kennst. Bestimme die Satzglieder der folgenden Sätze:

  1. Der Hund bellt laut im Garten.
  2. Die Katze schläft auf dem Sofa.
  3. Am Wochenende findet im Nachbarort ein Fest statt.
  4. Simone singt jeden Sonntag im Kirchenchor.
  5. Mein Nachbar hat wegen Falschparkens einen Strafzettel bekommen.

Lösung:

  1. Der Hund (Subjekt) bellt (Prädikat) laut (modales Adverbial) im Garten (lokales Adverbial).
  2. Die Katze (Subjekt) schläft (Prädikat) auf dem Sofa (lokales Adverbial).
  3. Am Wochenende (temporales Adverbial) findet (Prädikat) im Nachbarort (lokales Adverbial) ein Fest (Subjekt) statt (Prädikat).
  4. Simone (Subjekt) singt (Prädikat) jeden Sonntag (temporales Adverbial) im Kirchenchor (lokales Adverbial).
  5. Mein Nachbar (Subjekt) hat (Prädikat) wegen Falschparkens (kausales Adverbial) einen Strafzettel (Akkusativobjekt) bekommen.

Die Satzstellung im Deutschen | Übungen

Satzteile bestimmen kannst du nun wunderbar. Aber wie sieht es mit der Satzstellung aus? Bringe die folgenden Satzteile in die richtige Reihenfolge und achte dabei auf Tekamolo:

  1. im Park – gestern – Meine Schwester – gefunden – ein altes Buch
  2. Die Kinder – zur Schule – trotz des schlechten Wetters – gingen – fröhlich
  3. feiern – wegen des Jubiläums – Wir – am Wochenende – unserer Eltern wollen – eine Party
  4. öffnete – die verschlossene Tür – Der Dieb – vorsichtig – mit einem Werkzeug
  5. ihre neuesten Hits – spielte – während des Konzerts – Die Band – für das jubelnde Publikum.

Lösung:

  1. Meine Schwester hat gestern im Park ein altes Buch gefunden.
  2. Trotz des schlechten Wetters gingen die Kinder fröhlich zur Schule.
  3. Wir wollen am Wochenende wegen des Jubiläums unserer Eltern eine Party feiern.
  4. Der Dieb öffnete mit einem Werkzeug vorsichtig die verschlossene Tür.
  5. Die Band spielte während des Konzerts ihre neuesten Hits für das jubelnde Publikum.

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Häufig gestellte Fragen

Was ist ein Satzglied?

Ein Satzglied oder Satzteil ist ein Baustein eines Satzes. Es kann aus einem einzelnen Wort oder mehreren Wörtern bestehen, die eine Einheit bilden. Das heißt, sie gehören zusammen und können nur gemeinsam im Satz angeordnet werden.

Was sind die wichtigsten Satzglieder?

Die wichtigsten Satzglieder im Deutschen sind Subjekt und Prädikat. Ohne sie ist kein Satz möglich. Weitere Satzglieder sind Objekte und adverbiale Bestimmungen.

Was ist ein Satzbau?

Satzbau bedeutet die Anordnung der einzelnen Satzglieder in einem Satz, also die Reihenfolge, in der die einzelnen Satzglieder angeordnet sind.

Wie bildet man einen einfachen Satz?

Ein einfacher Satz erfordert ein Subjekt und Prädikat.

Wie kann ich die Satzteile bestimmen?

Du kannst die Satzteile eines Satzes bestimmen, indem du dir ihre Funktion anschaust und Kontrollfragen stellst. Zum Beispiel erfragst du das Subjekt mit wer oder was.

Was ist die richtige Satzstellung im Deutschen?

Die deutsche Sprache ist sehr flexibel. Am gängisten aber ist die Reihenfolge Subjekt – Prädikat – Objekt/Tekamolo. Tekamolo ist die Abkürzung für die Anordnung der adverbialen Bestimmungen.

Wie kann ich die richtige Satzstellung prüfen?

Kann man die Satzstellung auch online bestimmen?Zum einen kannst du richtige Ssatzstellung selbst prüfen, indem du den Satz in seine Bestandteile auseinandernimmst und die einzelnen Satzglieder mithilfe der Kontrollfragen bestimmst. Zum anderen kannst du auch Online-Tools verwenden, wie beispielsweise Duden-Mentor oder rechtschreibpruefung24.de.

Wortschatz

  1. verschachteln: ineinanderfügen, ineinanderschieben, sodass es verwirrend, unübersichtlich wirkt ↩︎
  2. ↩︎
  3. elementar: grundlegend, wesentlich ↩︎
  4. ins Spiel kommen: einbezogen werden; in Erscheinung treten ↩︎

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Artikel von:

Daniela Tannebaum

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