Kausalsatz

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November 22

„Kausalsätze“ – Das klingt vielleicht komisch, man benutzt Kausalsätze aber jeden Tag im Deutschen! Kennst du Menschen, die gerne und immer fragen: „warum, weshalb“ oder „wieso“? Um korrekt zu antworten, brauchst du den Kausalsatz! Kinder fragen auch gerne „Und warum?“. Nach einer perfekten Erklärung kommt oft gleich noch ein: „Aber warum?“ Mit Kausalsätzen bist du bestens gewappnet1. Denn damit gibst du Gründe und Erklärungen an (kausale Zusammenhänge). Bist du in Deutschland und gerade auf Jobsuche? Auch dann musst du oft die am Anfang erwähnten W-Fragen beantworten. Aber wie benutzt man „weil, denn, da etc.“ korrekt und warum machen sie Satzstrukturen sympathischer? Hier erfährst du alles Wichtige zum Thema Kausalsatz.

kausalsatz beispiele
Wie bildet man einen typisch deutschen Kausalsatz?

Kausalsatz und Konjunktionen (kausale Konjunktionen)

Wer Kausalsatz sagt, sagt auch „Konjunktionen“. Denn die einfachste und gängigste Art auf eine „warum, weshalb, wieso“ Frage zu antworten ist, eine kausale Konjunktion zu benutzen. Mit den Kausalsätzen baut man Nebensätze, die zum Beispiel etwas im vorangegangenen Teil des Satzes weiter erklären. Hier gebrauchst du am besten weil, denn, da und zumal. Hier ein paar Beispiele mit weil und denn sowie da.

Kausalsätze Beispiele

weil
Frage: Warum lernst du Deutsch?
Antwort: Weil ich seit einem Jahr in Deutschland lebe. (Kausalsatz)
oder: Ich lerne Deutsch, weil ich seit einem Jahr in Deutschland lebe. (Kausalsatz)

da
Frage: Wieso sind Deutsche so ernst?
Antwort: Meine deutschen Freunde sind lustig, da sie viele Witze kennen.
oder: Da meine deutschen Freunde viele Witze kennen, finde ich sie lustig.

denn (Hauptsatz + Hauptsatz)
Frage: Weshalb bist du nach Deutschland gezogen?
Antwort: Ich musste nach Deutschland fliehen, (denn) in meinem Land herrscht leider Krieg.

zumal
Zumal ist eine weniger häufig verwendete Konjunktion für einen Kausalsatz. Es bedeutet soviel wie „besonders weil“ und folgt dem gleichen Muster der Wortfolge wie bei weil und denn. Hier ein Beispiel.

„Ich möchte unbedingt Deutsch lernen, zumal ich schon ein Jahr in Deutschland bin.“

Satzstruktur weil, denn und da

Vielleicht ist es dir schon aufgefallen – die Position des Verbs im Nebensatz ist bei den oben genannten Beispielen nicht immer identisch! Normalerweise kannst du weil und da als Synonyme betrachten, obwohl man da nicht so häufig wie weil beim Sprechen verwendet. Du findest da häufiger in geschriebenen Texten. Du hast vielleicht schon gelernt, dass bei einem Nebensatz mit weil das konjugierte Verb ans Ende kommt. Genau das Gleiche passiert bei da. Wie gesagt, es sind Synonyme.

Anders ist es jedoch bei denn. Diese Konjunktion funktioniert wie ein Einschub, deswegen haben wir es in unserem Beispiel oben auch in Klammern gesetzt. Danach folgt die klassische deutsche Satzstruktur mit dem konjugierten Verb an 2. Stelle. Mit denn werden also zwei Hauptsätze verbunden. Theoretisch könntest du das Wort denn im Beispiel 3. auch weglassen, aber durch diese kleine kausale Konjunktion wird der Satz viel angenehmer2. Vergesse bitte nicht das Komma zwischen dem Hauptsatz und dem Nebensatz beziehungsweise zwei Hauptsätzen, also unmittelbar vor deiner Konjunktion, mit der du deinen Kausalsatz startest. Auch das Komma macht den Satz durch die optische Trennung übersichtlicher.

Weitere Konjunktionen für Kausalsätze

Hast du schon einmal jemanden auf die Frage „Warum, und und und … “, mit einem kurzen: „Darum!“, antworten hören? Das ist eine schlichte3 Möglichkeit, deinem nervigen Fragesteller zu sagen: „Stopp! Ich will keine Fragen mehr beantworten, Tschüss!“. Davon bitte nur bei äußersten Notfällen Gebrauch machen. Eigentlich kann man ganz nette Sätze mit darum bilden, wie zum Beispiel „Ich liebe dich, darum habe ich dich geheiratet!“. Weitere solcher Kausaladverbien (kausaladverbiale) zum Bilden von Kausalsätzen sind:

deshalb, deswegen, daher, demnach, also, somit, folglich

Manche davon werden auch in der Alltagssprache benutzt, andere, wie somit und folglich tauchen eher in geschriebenen Texten auf. Des Weiteren gibt es noch viele Präpositionen, mit denen man Kausalsätze bilden kann. Viele davon sind Genitiv Präpositionen, wie zum Beispiel:

aufgrund, dank, infolge, wegen etc.

Keine Sorge! Außer dank und wegen kommen diese Konjunktionen hauptsächlich in Kausalsätzen von Texten vor. Schreibst du schon fleißig deutsche Texte? Dann brauchst du vielleicht mehr Informationen zu diesem Thema, schau mal in diese Artikel rein! Mehr zum Thema Konjunktionen im Artikel von Aleksandra! So und jetzt bist du dran! Kannst du ein paar Kausalsätze bilden? Was findest du schwierig? Erzähl uns davon in den Kommentaren!

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Kausalsatz – dein Wortschatz

  1. gewappnet: Synonym für „ausgerüstet“, also vorbereitet
  2. angenehm: positiv, erträglich, sympathisch
  3. schlicht: einfach, simpel

Kausalsatz – häufig gestellte Fragen

Was ist ein Kausalsatz?

Kausalsätze sind oft Nebensätze, die einen Grund für etwas angeben. Solche Sätze brauchen Konjunktionen wie weil, denn oder da. Zum Beispiel: Ich kann nicht kommen, weil ich keine Zeit habe?

Sind Kausalsätze Hauptsätze oder Nebensätze ?

Viele Kausalsätze sind Nebensätze, also mit dem konjugierten Verb am Ende. Sie werden durch Konjunktionen wie weil oder da eingeleitet. Ausnahmen (wie zum Beispiel denn) sind Konjunktionen, die zwei Hauptsätze zu einem kausalen Zusammenhang kombinieren.

Kann man im Deutschen auf die Frage „warum …“ einfach „darum“ antworten?

Wenn du keine Lust hast zu antworten und ein gutes Verhältnis zu dem Fragesteller hast (ein guter Freund, Freundin), darfst du das! Das gilt natürlich nur für informelle Situationen und sollte nicht die Regel sein. Am besten immer mit einem netten Lächeln kombinieren, der Fragesteller wird verstehen, was du meinst!


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Artikel von:

Isabella

Aktuell in Südfrankreich lebend zwischen Lavendelfeldern und Olivenbäumen gebe ich Deutschlernern und Bloglesern weltweit meine Leidenschaft für den Reichtum der deutschen Sprache weiter. Auch als digitale Nomadin denke und fühle ich in meiner Muttersprache.

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