Deutsche Satzzeichen kennst du bestimmt: Am häufigsten verwendest du die Satzzeichen Punkt und Komma. Aber auch Anführungszeichen („ … “) solltest du kennen und wissen, wie du sie richtig verwendest. Erfahre hier alles über deutsche Anführungszeichen!
Synonyme für Anführungszeichen
Wundere dich nicht, wenn du in einem Deutschkurs oder im Deutschunterricht sitzt und der Lehrer den Begriff „Gänsefüßchen“ (falsche Schreibweise: „Gänsefüsschen“) verwendet. Mit Gänsefüßchen sind nämlich Anführungszeichen gemeint!
Das macht die deutsche Sprache so besonders. Es gibt liebevolle, umgangssprachliche Begriffe für langweilige Satzzeichen. Das Wort „Gänsefüßchen“ kommt aus der Druckersprache1 und die ältere französische Form der Anführungszeichen »…« erinnerte an den Abdruck eines kleinen Gänsefußes.
Weißt du, wie der Fuß einer Gans2 aussieht?

Mit etwas Fantasie erkennst du in den Satzzeichen den Gänsefuß …
Andere, nicht so häufig verwendete Begriffe sind „Anführungsstriche“, „Hasenöhrchen“ oder im Norden Deutschlands „Tüddelchen“.
Wie kann ich Anführungszeichen richtig setzen?
Anführungszeichen schreibst du im Deutschen mit zwei Strichen unten („…) und zwei Strichen oben (…“). Dazu sagt man auch doppelte Anführungszeichen.
Du kannst mit Gänsefüßchen eine wörtliche Rede markieren, etwas hervorheben oder Titel sowie Überschriften nennen. Auch den Beginn und das Ende eines Zitats, also wörtlich wiedergegebene Textstellen, machst du damit sichtbar. Schauen wir uns nun diese Fälle genauer an!
Die richtige Verwendung von Anführungszeichen
Bei der wörtlichen Rede (direkte Rede) markierst du mit den doppelten Anführungszeichen den Anfang und das Ende des Gesprochenen. Vor, mitten oder hinter dem Gesagten steht ein sogenannter Redebegleitsatz, der angibt, wer etwas sagt.
Beispiel: direkte Rede
Tom sagt: „Nenne drei Tiere, die im Wasser leben.“
„Wal, Fisch und Seepferdchen“, antwortet Lena.
„Weißt du eigentlich“, Lena sieht Tom fragend an, „dass Wale keine Farben erkennen können?“
Fällt dir im letzten Beispielsatz etwas auf? Richtig! Wenn ein Zitat oder eine wörtliche Rede unterbrochen wird, dann markierst du die einzelnen Teile mit Gänsefüßchen.
Mit den doppelten Anführungsstrichen kannst du laut Duden auch etwas hervorheben3, wie zum Beispiel einzelne Wörter oder Wortgruppen, Titel von Büchern, Überschriften oder Sprichwörter:
Beispiel: Hervorhebungen und Zitate
Die Zeit, als Amerika als „das Land der unbegrenzten Möglichkeiten“ galt, ist wohl vorbei.
„Die grenzenlose Kraft deiner Gedanken“ ist ein Buch von Louise Hay.
Das Wort „grenzenlos“ ist ein Adjektiv.
„Aller guten Dinge sind drei“ ist ein bekanntes deutsches Sprichwort.
Sei aber vorsichtig mit Anführungszeichen bei Hervorhebungen! Anführungsstriche werden nämlich oft zur Kennzeichnung von Ironie4 und Wortspielen verwendet. Eine deutsche Bank verwendete zum Beispiel in der Werbung den Spruch: Bei uns ist Ihr Geld „sicher“. Die Anführungsstriche wirken hier ziemlich komisch und man fragt sich, ob das Geld hier wirklich sicher ist …
Anführungszeichen in der mündlichen Kommunikation? Ja!
Satzzeichen verwendest du normalerweise nur, wenn du Texte schreibst. Die Gänsefüßchen sind aber besonders, denn sie haben den Weg auch in die mündliche Kommunikation geschafft! Möchtest du zum Beispiel beim Sprechen Ironie ausdrücken, kannst du mit den Fingern deiner rechten und linken Hand zwei Anführungsstriche vor dem ironisch gemeinten Wort in die Luft malen. Der Zuhörer weiß dann genau, dass du es ironisch gemeint hast:
Ich habe heute (jetzt male zwei Striche mit deinen Fingern in die Luft) „nur“ 30 Minuten auf meine Freundin gewartet.
Damit drückst du aus, dass du 30 Minuten Wartezeit immer noch zu lang findest. Diese Geste ist übrigens aus den USA nach Deutschland gekommen.
Einfache Anführungszeichen
Es gibt auch halbe Anführungszeichen, auch einfache Anführungszeichen genannt. Sie bestehen aus nur jeweils einem Strich unten und oben. Du verwendest sie, wenn du innerhalb eines Zitates noch einmal zitierst oder etwas hervorheben möchtest:
Lena sagte: „Ich habe gestern gelesen, dass der Film ‚Arielle, die Meerjungfrau’ in die Kinos kommt.“
„Mein Lieblingsfilm ist ‚Arielle, die Meerjungfrau’ , sagt Lena.
Wenn du also in der wörtlichen Rede noch einmal zitierst oder etwas hervorheben willst, dann verwendest du halbe Anführungsstriche.
Setze ich einen Punkt vor oder nach den Anführungsstrichen?
Eine oft gestellte Frage lautet: Steht der Punkt vor oder nach dem Anführungszeichen in einem Satz? Hier gibt es zwei Antworten. Es kommt nämlich darauf an, ob die Äußerung als ganzer Satz für sich allein steht oder ob die Äußerung in einen anderen Satz eingefügt ist.
Im ersten Fall zitierst du einen vollständigen Satz und dann steht der Punkt innerhalb der Anführungszeichen:
Die Lehrerin sagt: „Ihr seid eine tolle Klasse.“
Der zweite Fall sieht so aus: Die Lehrerin sagt, die Prüfung sei „die letzte Chance auf eine gute Note“.
Fassen wir zusammen! Anführungszeichen benutzen wir in folgenden Fällen:
- am Anfang und am Ende einer wörtlichen Rede, um das Gesagte deutlich zu machen
- bei einem wörtlichen Zitat
- bei zitierten Titeln oder Überschriften
- bei Hervorhebungen
Fragen & Antworten
Anführungszeichen schreibst du im Deutschen mit zwei Strichen unten („…) und zwei Strichen oben (…“).
Bei einem Zitat markierst du mit den doppelten Anführungszeichen den Anfang und das Ende des Zitats. Wenn ein Zitat oder eine wörtliche Rede unterbrochen wird, dann markierst du die einzelnen Teile mit Gänsefüßchen: „Die deutsche Sprache“, so sagt Frau Fischer, „ist nicht so einfach.“
Die französischen Anführungszeichen « … » findest du vor allem in der Schweiz und in Liechtenstein. Gebräuchlich ist in diesen Ländern aber auch die deutsche und österreichische Schreibweise „ … “. Englische Anführungszeichen setzt du oben “ … „.

Wortschatz
- Druckersprache (die): Berufssprache der Buchdrucker
- Gans (die): ein Wasservogel mit einem langen Hals
- hervorheben: etwas betonen
- Ironie (die): das Gegenteil von dem, was tatsächlich gemeint ist, wird gesagt oder gezeigt

