Die Hilfsverben der deutschen Sprache

Aleksandra

Oktober 8

Hilfsbereitschaft ist eine der wertvollsten Charaktereigenschaften eines Menschen. Genau so ist es auch in der Grammatik: Es gibt Verben, die anderen Verben helfen, Sätze korrekt zu formulieren. Diese Verben heißen auf Deutsch Hilfsverben und sie leisten einen großen Beitrag in der deutschen Grammatik! Denn ohne sie wäre es zum Beispiel völlig unklar, in welcher Zeitform gerade gesprochen wird. In diesem Artikel erfährst alles über deutsche Hilfsverben!

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Ein Hilfsverb ist wie ein passendes Puzzle-Teil: Mit ihm kann man einen Satz grammatisch korrekt bilden.

Hilfsverben: Deutsch korrekt sprechen

Was sind Hilfsverben? Du kennst bestimmt solche Verben wie gehen, schwimmen, malen, kochen und so weiter. Diese können in einem Satz im Präsens oder im Präteritum alleine stehen, also ohne ein zweites Verb: Ich gehe/ging ins Kino; Ich koche/kochte Nudeln. Solche Verben heißen auch Vollverben. Es gibt jedoch bestimmte Zeitformen, in denen diese Verben nicht alleine stehen können. Um einen Satz in anderen Zeitformen als Präsens oder Präteritum grammatisch korrekt zu formulieren, können die Vollverben nicht alleine stehen und sie benötigen Hilfsverben. Ein Beispiel: Was fällt dir im Satz “Ich ins Kino gegangen.” auf? Du hast es richtig erkannt: Im Satz fehlt das Hilfsverb “sein”, deshalb hört sich dieser Satz auch falsch an. So sieht der Satz mit dem Hilfsverb “sein” aus: “Ich bin ins Kino gegangen.” In welcher Zeitform steht diese Aussage? Ganz genau, im Perfekt.

Wenn du einen Satz im Passiv, Perfekt, Plusquamperfekt oder im Futur I,II formulieren möchtest, benötigst du Hilfsverben. Welche Zeitformen mit welchen deutschen Hilfsverben stehen, erfährst du im nächsten Abschnitt. Also: Bleibe dabei! 🙂

Hilfsverben Deutsch – von welchen Verben ist die Rede?

Wie viele deutsche Hilfsverben gibt es? Das sind hauptsächlich drei: haben, sein und werden. Diese sind die wichtigsten Hilfsverben. Mit ihrer Hilfe werden nicht nur Sätze grammatisch korrekt formuliert. Deutsche Hilfsverben helfen uns auch dabei, den Inhalt und den Sinn dessen, was wir sagen wollen, richtig zum Ausdruck zu bringen und Missverständnisse zu vermeiden. Lass uns jedes Hilfsverb genauer anschauen!

Das Hilfsverb „haben“

Dieses Hilfsverb wird benötigt, wenn wir einen Satz im Perfekt oder im Plusquamperfekt bilden möchten. Im Perfekt verwenden wir haben + konjugiertes Verb im Partizip II (ge- + -en/-t): Ich habe gegessen; Ich habe geschlafen. Im Plusquamperfekt müssen wir das Hilfsverb haben zu hatten ändern. Der Grund dafür ist, dass diese Zeitform die Vorvergangenheitsform ist. Das Plusquamperfekt wird also dann verwendet, wenn wir über etwas berichten, was zu einem früheren Zeitpunkt als etwas anderes, stattgefunden hat. In dieser Zeitform wird hatte + konjugiertes Verb im Partizip II verwendet: Ich hatte gehofft; Ich hatte die Hausaufgaben vor dem Spaziergang gemacht.

Achtung: Mit haben werden nicht alle Verben verwendet! Nur die, die keine Fortbewegung ausdrücken. Verben, die eine Fortbewegung kennzeichnen, wie schwimmen, gehen, fahren, fliegen,… werden mit dem Hilfsverb sein verwendet.

Das Hilfsverb „sein“

Dieses deutsche Hilfsverb verwenden wir auch im Perfekt und Plusquamperfekt. Aber: Wie ich bereits erwähnt habe, verwendet man dieses Hilfsverb in den beiden Zeitformen ausschließlich mit den Vollverben, die eine Fortbewegung ausdrücken: Ich bin zur Schule gelaufen; Ich bin in den Park gefahren. “Ich habe in den Park gefahren” wäre also falsch.

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Vollverben, die eine Fortbewegung ausdrücken, benötigen im Perfekt und Plusquamperfekt das Hilfsverb „sein“.

Im Perfekt verwendet man sein zusammen mit dem im Partizip II konjugierten Verb: Ich bin gefahren. Im Plusquamperfekt müssen wir auch hier das Hilfsverb ändern: Aus sein wird waren. Wie im Fall mit haben konjugieren wir auch hier das Vollverb im Partizip II und so sieht das aus: war + konjugiertes Verb im Partizip II (ge- + -en): Wir waren gefahren; Er war gelaufen.

Das Hilfsverb sein verwenden wir auch dann, wenn wir das Zustandspassiv ausdrücken wollen. Zur Erinnerung: Zustandspassiv bedeutet einen Zustand als Resultat eines Prozesses. Je nachdem, in welcher Zeitform wir das Zustandspassiv zur Sprache bringen wollen, wird sein zu war (Vergangenheit) oder bin (Präsens) verändert: Ich bin jetzt gefragt; Ich war gestern gefragt. Denke daran: Wenn du das Zustandspassiv im Perfekt oder Plusquamperfekt ausdrücken willst, dann wird noch das Verb gewesen hinzugefügt: Ich bin vorgestern krank gewesen.

Das Hilfsverb „werden“

Dieses Hilfsverb verwenden wir, um die Zukunftsformen (Futur I und Futur II) und sowie das Vorgangspassiv auszudrücken. Die Verwendung dieses Verbs im Futur I ist sehr einfach. Du brauchst nur das Hilfsverb werden und ein unkonjugiertes Vollverb: Ich werde morgen nach Paris fahren; Ich werde heute arbeiten. Einfach, oder?

Mit Futur II sieht es ein bisschen komplizierter aus. Was bedeutet überhaupt Futur II? Mit dieser Zeitform weisen wir die anderen auf einen Sachverhalt1 hin, der in der Zukunft zu einem bestimmten Zeitpunkt abgeschlossen sein wird. Wir brauchen dafür das Hilfsverb werden + Vollverb im Partizip II + sein/haben: Ich werde nach Mallorca gefahren sein. Ich werde das Buch in zwei Wochen gelesen haben. Puh, solche Konstruktionen sind ganz schön anspruchsvoll! Aber in der Umgangssprache werden sie oft durch das Perfekt ersetzt: Wenn ich das Buch in etwa zwei Wochen fertig gelesen habe, dann leihe ich es dir aus.

Werden wird außerdem auch beim Vorgangspassiv eingesetzt. Was ist das überhaupt? Ich bin mir sicher, du hast von solchen Sätzen wie “Das Fahrrad wird repariert.” oder “Die Hausaufgaben wurden gemacht.” gehört. In diesen Sätzen handelt es sich um das Vorgangspassiv, das heißt, um eine Handlung, die bereits passiert ist oder im Moment passiert. Dabei ist es für uns unwichtig, wer diese Handlung ausführt – der Fokus liegt auf einem Gegenstand oder einem Sachverhalt, mit dem etwas gemacht wurde oder gemacht wird. Wenn wir das Vorgangspassiv im Präsens verwenden, müssen wir den Satz mit werden + Verb im Partizip II bilden: Ich werde beruhigt; Er wird ins Krankenhaus gefahren.

Wenn wir das Vorgangspassiv in einer Vergangenheitsform bilden möchten, müssen wir lediglich “werden” zu “wurden” ändern und ein Verb im Partizip II hinzufügen: Ich wurde gestern beruhigt; Er wurde vorgestern ins Krankenhaus gefahren.

Modale Hilfsverben – deutsche Modalverben

Es gibt aber auch sogenannte modale Hilfsverben. Diese Verben dienen oft als Hilfsverben, weil sie in einem Satz häufig zusammen mit einem Vollverb eine bestimmte Aussage bilden. Beispiele dafür: Ich kann nicht schreiben. / Ich muss zur Arbeit fahren. Die sieben Modalverben im Deutschen haben aber auch andere Funktionen. Sie benutzt man auch, um die Bedeutung oder den Ton eines Satzes zu modifizieren. Im Folgenden werden wir jedoch nur die Modalverben als Hilfsverben betrachten.

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Was sind eigentlich deutsche Modalverben?

Deutsche Modalverben hast du bestimmt schon gesehen. In den Sätzen “Ich muss etwas machen” oder “Ich will etwas machen” sind muss und will Modalverben. Warum heißen diese Verben Modalverben? Weil sie eine Modalität ausdrücken, also WIE etwas getan wird. Im Deutschen gibt es insgesamt sieben Modalverben: können, sollen, müssen, dürfen, mögen, möchten und wollen.

Mit diesen modalen deutschen Hilfsverben werden verschiedene Inhalte ausgedrückt. In den Sätzen werden sie zusammen mit einem Infinitiv verwendet und sind aus diesem Grund Hilfsverben. Lass uns jedes Verb genauer anschauen!

Hilfsverben Deutsch – können und dürfen

Die beiden deutschen Modalverben haben zwei Gemeinsamkeiten: Wir können mit beiden Wörtern eine Vermutung äußern oder ein Erlaubnis erteilen. Bei einer Vermutung verwenden wir sie im Konjunktiv II: Sie dürfte nicht älter als du sein. / Es könnte sein, dass sie später nach Hause kommt.

Im Fall mit dem Erlaubnis sieht es auch ziemlich einfach aus: Die beiden Modalverben brauchst du gar nicht zu verändern. Ein Beispiel dazu: Du darfst nach Hause gehen. / Du kannst nach Hause. gehen. Die Verben muss man einfach nur konjugieren. Einfach, nicht wahr?

Sie haben aber nicht nur gemeinsame, sondern auch unterschiedliche Bedeutungen. Mit dem Modalverb dürfen wird zum Beispiel ein Verbot ausgesprochen: Du darfst ihr nicht helfen. Mit dem Modalverb können drücken wir zwar kein Verbot aus, können aber damit auf eine Fähigkeit oder eine Unfähigkeit hinweisen: Ich kann schwimmen. / Ich kann nicht schwimmen. Eine weitere Anwendungsmöglichkeit des Modalverbs können ist, wenn wir von einer Möglichkeit oder Unmöglichkeit sprechen: Du kannst dich im Büro informieren. / Du kannst dich nicht im Büro informieren (es ist nicht möglich). Auch bei den Schlussfolgerungen setzen wir dieses Modalverb ein: Wenn sie dich bis jetzt nicht angerufen hat, dann kann sie mit dem Gespräch wohl noch nicht fertig sein.

Hilfsverben Deutsch – sollen und müssen

Mit diesen beiden Verben haben die meisten Leute beim Deutschlernen Probleme. Oft fällt es ihnen schwer zu verstehen, wann genau man das Modalverb sollen und wann müssen verwenden soll. Und es stimmt, dass man die beiden Verben in verwandten Situationen benötigt. Der gravierende Unterschied ist jedoch, dass wir , wenn etwas notwendig, ist oder dringend erledigt werden muss. Dieses Verb hat sozusagen eine “stärkere” Bedeutung. Man könnte sagen, das Modalverb müssen ist ein Befehlswort: Du musst den Vertrag bis morgen unterschrieben haben. Sollen hat hingegen eine “milderere” Bedeutung. Das bedeutet, etwas muss nicht sofort erledigt werden: Du sollst dieses Job-Angebot annehmen, das hört sich sehr attraktiv an!

Hilfsverben Deutsch – mögen, möchten und wollen

Mit der Unterscheidung möchten oder wollen tun sich die meisten Deutschlerner ebenfalls schwer. Viele sind sich unsicher, welches Verb in welchem Kontext am besten passt. Um das besser zu verstehen, musst du dir Folgendes merken: Möchten ist eine höfliche Version vom Modalverb wollen. Das bedeutet, in unpersönlichen Situationen soll man lieber “möchte” verwenden. Hast du schon darauf geachtet, was man bei einem Bäcker sagt? Selten wirst du von einem Kunden “Ich will drei Brötchen haben” hören. Das ist ziemlich unhöflich. Höflicher wäre “Ich möchte gerne drei Brötchen haben”. Das heißt aber nicht, dass wir das Verb wollen gar nicht verwenden sollen. Mit Freunden, guten Bekannten oder Familienmitgliedern kann man dieses Wort ohne Bedenken sagen. Außerdem klingt “wollen” überzeugter als “möchten”! Zum Beispiel würde man nicht “Möchtest du mich heiraten?”, sondern “Willst du mich heiraten?” fragen. Die Antwort “Ja, ich möchte dich heiraten!” klingt zu höflich und damit indirekt. Nur bei der Antwort “Ja, will ich!” kannst du dir sicher sein, dass die Person wirklich ihr Leben mit dir planen möchte!

Das Modalverb mögen benutzen wir, um auszudrücken, dass uns etwas gefällt. Ich mag dich. / Ich mag Blumen.

Deutsche Grammatik ohne Ausnahmen wäre zu einfach. Deshalb gibt es auch bei den deutschen Hilfsverben Ausnahmen. Sie können nämlich auch als Vollverben auftreten: Ich war Lehrerin. Er ist 33 Jahre alt. Sie hat eine Tochter. Ich kann Englisch.

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Die Hilfsverben des Deutschen sind ganz einfach zu merken!

Puh, das waren aber viele neue Informationen! Fassen wir sie kurz zusammen: Es gibt drei wichtige deutsche Hilfsverben: sein, haben und werden. Diese verwenden wir in verschiedenen Zeitformen. Außerdem gibt es sechs modale Hilfsverben: können, dürfen, müssen, sollen, mögen, möchten. Diese verwenden wir, wenn wir zur Sprache bringen wollen, WIE etwas ist.

Hilfsverben Deutsch – Übungen

Nun lass uns mal die deutschen Hilfsverben ein bisschen üben! Die Lösungen für die beiden Übungen folgen direkt danach!

Übung 1: sein, haben oder werden? Entscheide dich für das richtige Hilfsverb!

  1. Wir haben/sind mit dem Auto gefahren.
  2. Ihr habt/seid viele Bücher gelesen.
  3. Ich habe/bin 30 Minuten geschwommen.
  4. Du wirst/hast morgen nach Hause fahren müssen.
  5. Dieses Buch wird/ist morgen im Unterricht gelesen.

Übung 2: modale Hilfsverben (Modalverben)

  1. Ich möchte/will mit Frau Müller sprechen. Könnten Sie mich mit ihr verbinden?
  2. Du musst/sollst die Hausaufgaben abgeben, sonst kriegst du eine schlechte Note.
  3. Wann darf/kann ich Sie anrufen?

Lösungen:

Übung 1: sein, haben oder werden?

  1. Wir sind mit dem Auto gefahren.
  2. Ihr habt viele Bücher gelesen.
  3. Ich bin 30 Minuten geschwommen.
  4. Du wirst morgen nach Hause fahren müssen.
  5. Dieses Buch wird morgen im Unterricht gelesen.

Übung 2: modale Hilfsverben (Modalverben)

  1. Ich möchte mit Frau Müller sprechen. Könnten Sie mich mit ihr verbinden?
  2. Du musst die Hausaufgaben abgeben, sonst kriegst du eine schlechte Note.
  3. Michael stellt an den Arzt folgende Frage: Wann darf ich Sie anrufen?
Hilfsverben Deutsch FAQ

Hilfsverben Deutsch – dein Wortschatz:

  1. Sachverhalt (der): die Umstände.

Hilfsverben Deutsch – FAQs:

Welche Hilfsverben gibt es im Deutschen?

Die deutschen Hilfsverben sind sein, haben und werden.

Welche Funktion haben die Hilfsverben?

Mit ihrer Hilfe können wir vor allem grammatisch korrekte Sätze formulieren.

Welche Modalverben gibt es?

In der deutschen Sprache gibt es sieben Modalverben: müssen, sollen, möchten, wollen, dürfen, können und mögen.


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Aleksandra

Hinter dem Polarkreis aufgewachsen und Lehrerin aus Leidenschaft. Ich liebe Deutsch und die Berge!

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