Präpositionaladverbien erkennen und richtig bilden

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September 7

Bist du gerade irritiert von der Überschrift? Man kennt ja Präpositionen und Adverbien – worum soll es also in diesem Artikel gehen: um das eine oder das andere? Ganz und gar nicht – es geht um beides! Was mit Präpositionaladverbien gemeint ist und wie sie zu verwenden sind, erfährst du gleich sofort. Also – bleib dabei und los geht’s!

Was sind Präpositionaladverbien?

Präpositionaladverbien oder auch Pronominaladverbien oder Pro-Adverb gehören zur Wortart Adverb. Kurze Wiederholung: Adverbien bilden eine eigene Wortart und sind sogenannte Umstandswörter. Sie beschreiben also Umstände1, unter denen etwas passiert. Hier sind ein paar Beispiele: kaum, leider, hoffentlich, vielleicht, wirklich. Nun kommen wir der Definition von Präpositionaladverbien ein Stückchen näher. Wenn man aber den Begriff Präpositionaladverbien liest, fällt einem auf, dass er eigentlich aus zwei Wörtern besteht: Präposition und Adverb. Da wir bereits geklärt haben, was ein Adverb ist, sollten wir auch kurz über Präpositionen sprechen. Worum geht’s? Präpositionen sind kurze Wörtchen, mit deren Hilfe wir bestimmte Beziehungen aufzeigen, wie zum Beispiel räumliche, zeitliche, lokale etc. Hier sind ein paar Präpositionen-Beispiele: auf, in, hinter, über, unten.

Was sind Präpositionaladverbien? Hier ist die Definition: Präpositionaladverbien sind Adverbien, die eine Präpositionalergänzung, das heißt ein Nomen, Verb oder Adjektiv mit einer Präposition, ersetzen. Dabei setzt sich ein Präpositionaladverb aus dem Adverb da- oder wo- und einer Präposition zusammen. Meistens wird zwischen diesen Adverbien und einer Präposition zusätzlich der Buchstabe -r- eingefügt. Nun eine Aufgabe für dich: Bilde Präpositionaladverbien aus da + r + einer Präposition und wo + r + einer Präposition von oben (auf, in, hinter, über oder unter). Geschafft? Dann kannst du dich selbst kontrollieren: Es entstehen Präpositionaladverbien darauf, darin, dahinter, darüber, darunter und worauf, worin, wohinter, worüber, worunter. Einfach, oder?

Präpositionaladverbien

Mit da(-r-): darauf, darin, dahinter, darüber, darunter etc.

Mit wo(-r): worauf, worin, wohinter, worüber, worunter etc.

Präpositionaladverbien richtig bilden

Manchmal fügt man den Buchstaben r bei Präpositionaladverbien ein – das ist für dich nichts Neues. Wann wird dieser Buchstabe benötigt und warum macht man das überhaupt? Die Gedanken in deinem Kopf kreisen2 gerade wahrscheinlich um die zwei Fragen. Die Erklärung ist dabei sehr einfach: r müssen wir im Wort einfügen, wenn die Präposition mit einem Vokal anfängt. Die Präpositionen auf, über, an oder unter beginnen mit einem Vokal, das heißt, wir brauchen dieses r, um Präpositionaladverbien zu bilden: darauf, darüber, darunter, worauf, worüber, worunter. Wenn die Präposition aber mit einem Konsonanten beginnt, dann brauchen wir das kleine r nicht: damit, davor, dabei, womit, wovor, wobei

Hast du es verstanden? Dann lass uns die Theorie mit einer Übung festhalten. Bilde Präpositionaladverbien aus da(r)- oder wo(r)- und den Präpositionen von, an, um, hinter, für, durch. Die Lösung findest du am Ende dieses Artikels.

Präpositionaladverbien bilden

  • Präpositionen, die mit einem Vokal beginnen (z.B. auf, über, an, unter), benötigen ein -r- davor: darauf, darüber, darunter, worauf, worüber, worunter …
  • Präpositionen, die mit einem Konsonanten beginnen (z.B. mit, vor, von, bei), benötigen kein -r- davor: damit, davor, dabei, womit, wovor, wobei

Präpositionaladverbien richtig verwenden

Also, wann und wie verwendet man Präpositionaladverbien? Du weißt bereits, dass Präpositionaladverbien dazu da sind, um Verben mit bestimmten Präpositionen zu ersetzen. Der Sinn besteht dabei darin, eine Aussage zu verkürzen. Denn: In der Kürze liegt die Würze3! Bei der Verwendung von Präpositionaladverbien muss jedoch der Kontext für alle Gesprächspartner klar sein. Das heißt, man kann ein Präpositionaladverb nicht einfach so aus dem Nichts benutzen. In diesem Fall wirst du von deinem Gegenüber nicht verstanden. Und das wollen wir nicht! Um das Ganze besser zu verstehen, schaue dir doch diese Beispiel an: „Nimmst du am Gewinnspiel teil?“ – „Ja, ich nehme daran Teil.“ Du siehst, dass das Präpositionaladverb daran ersetzt das Nomen das Gewinnspiel. Was passiert, wenn man statt das Präpositionaladverb das Nomen nochmal verwendet? Dann würde der Dialog so aussehen: „Nimmst du am Gewinnspiel teil?“ – „Ja, ich nehme am Gewinnspiel teil.“ Natürlich ist es nicht falsch, das Nomen nochmal zu verwenden. Im Deutschen, wie wahrscheinlich auch in allen anderen Sprachen, muss man aber immer versuchen, Wiederholungen zu vermeiden. Durch das Präpositionaladverb klingt dann auch das Gespräch zusammenhängender, einheitlicher und einfach schöner.

Nun stell dir vor, du möchtest deinem Gegenüber sagen, dass du am Gewinnspiel teilnimmst. Ihr habt über das Gewinnspiel vielleicht bereits gesprochen, aber das war schon vor einigen Minuten und ihr seid nun bei einem ganz anderen Thema. Plötzlich zu sagen „Ich nehme daran teil“ wäre in diesem Fall völlig unangemessen. Dein Gesprächspartner weiß vielleicht gar nicht mehr, dass ihr darüber schon gesprochen habt, er ist ja gedanklich bei einem ganz anderen Thema. Er wird dich also nicht mehr verstehen. In solchen Fällen könnte man zum Beispiel sagen „Ah, übrigens, ich nehme am Gewinnspiel teil“ – man soll also das Substantiv verwenden.

Gebrauch

Wichtig zu wissen ist außerdem, dass Präpositionaladverbien ausschließlich das Unbelebte ersetzen. Oder anders formuliert: Mit Präpositionaladverbien können keine Lebewesen ersetzt werden. Ein Beispiel: „Habt ihr über Paul gesprochen?“ – „Ja, wir haben über ihn gesprochen“. Wie du siehst, im zweiten Satz wird Paul durch das Personalpronomen ihn ersetzt, weil Paul ein lebendiger Mensch ist. Zu sagen „Ja, wir haben darüber gesprochen“ wäre also falsch. Hingegen auf die Frage „Habt ihr üben die Küche gesprochen?“ kann man mit „Ja, wir haben darüber gesprochen“ antworten, da die Küche kein Lebewesen ist.

Wie bereits oben kurz erwähnt, werden Präpositionaladverbien gebraucht, um Präpositionalergänzungen, also Wortarten zusammen mit einer Präposition, zu ersetzen. Hier sind ein paar Beispiele:

  • Verb + Präposition: Wartest du auf die Benotung`“ – „Ja, ich warte darauf
  • Nomen + Präposition: „Hast du eine Antwort auf deine lange Nachricht bekommen?“ – „Nein, ich habe darauf noch keine Antwort bekommen“
  • Adjektiv + Präposition: „Ist Lisa auf seine Hilfe angewiesen?“ – „Ja, sie ist darauf angewiesen“

Neben Präpositionalergänzungen können sich Präpositionaladverbien auch auf ganze Sätze beziehen: „Sie ist nicht zur Arbeit gekommen. Damit habe nicht gerechnet“ oder „Lina hat gestern viele Geschenke bekommen. Darüber hat sie sich sehr gefreut“ sind die perfekten Beispiele.

Lust auf eine Übung? Hier ist sie: Ersetze die Präpositionalergänzung oder einen ganzen Satz durch ein Präpositionaladverb:

  • Sie hat mich gestern nicht angerufen. _______ habe ich mich geärgert!
  • Hat sie Angst vor dem Gerät? Nein, sie hat keine Angst ______ .
  • Ist deine Frau für ihre Kochkünste bekannt? Ja, ______ ist sie bekannt.
  • Ich habe mit ihrem Sieg nicht gerechnet. _______ hast du nicht gerechnet?

Präpositionaladverbien-Übungen: Lösung

Übung 1:

davon, daran, darum, dahinter, dafür, dadurch / wovon, woran, worum, wohinter, wofür, wodurch

Übung 2:

  • Sie hat mich gestern nicht angerufen. Darüber habe ich mich geärgert!
  • Hat sie Angst vor dem Gerät? Nein, sie hat keine Angst davor.
  • Ist deine Frau für ihre Kochkünste bekannt? Ja, dafür ist sie bekannt.
  • Ich habe mit ihrem Sieg nicht gerechnet. Womit hast du nicht gerechnet?

Fragen & Antworten:

Was ist der Unterschied zwischen Pronominaladverb und Präpositionaladverb?

Es gibt keinen Unterschied. Pronominaladverb wird synonym mit Ptäpositionaladverb verwendet.

Was sind Präpositionaladverbien?

Präpositionaladverbien sind Adverbien, die eine Präpositionalergänzung, das heißt ein Nomen, Verb oder Adjektiv mit einer Präposition, ersetzen.

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Wortschatz:

  1. Umstand (der): eine besondere Situation
  2. Im Kopf kreisen: Wenn man ständig an etwas Bestimmtes denkt
  3. In der Kürze liegt die Würze (Redewendung): Eine kurze Beschreibung oder Darstellung ist häufig besser als eine lange

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Artikel von:

Aleksandra

Hinter dem Polarkreis aufgewachsen und Lehrerin aus Leidenschaft. Ich liebe Deutsch und die Berge!

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