Temporale Angaben machen, aber wie?

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September 7

Termine hier, Termine da… Wir sprechen so oft über das Thema Zeit. Ständig haben wir Verabredungen1, Besuche und andere Ereignisse, die zu einer bestimmten Zeit stattfinden. Dabei müssen wir immer über die Zeit sprechen, wann etwas passiert. Aber nicht nur im Alltagsleben, sondern auch in den Deutsch-Prüfungen gibt es oft ein Thema, bei dem man über die Zeit sprechen muss. Und um darüber richtig zu sprechen, sind unsere Helfer da – temporale Angaben.

Was sind temporale Angaben?

Bevor wir den Begriff „temporale Angaben“ klären, lass uns erstmal beide Wörter einzeln betrachten. Das Wort „temporal“ kennst du bestimmt bereits. Dabei geht es um die Zeit, genauer gesagt, um ihre grammatische Ausdrucksweise. Angaben sind Informationen über etwas. Man kann zum Beispiel lokale Angaben machen – in diesem Fall geben wir Informationen über einen Ort. Es können aber auch temporale Angaben gemacht werden. Mithilfe temporaler Angaben können wir Informationen über die Zeit geben, genauer gesagt, wann etwas passiert. Temporale Angaben können wir nicht nur bei einem einzigen Thema benutzen – es gibt so viele Gelegenheiten, wann wir über die Zeit reden können: um einen Termin zu vereinbaren, um sich zu verabreden, nach der Uhrzeit fragen, in der Schule, im Büro, im Deutschkurs, im Supermarkt und, und, und… Möglichkeiten, wann wir temporale Angaben verwenden, sind wirklich vielfältig!

Eine temporale Angabe kann mit einem Temporaladverb, einer temporalen Präposition oder auch mit einem Temporalsatz gemacht werden. Finde im Folgenden heraus, was damit gemeint ist!

Wie macht man temporale Angaben?

Es gibt verschiedene Möglichkeiten, temporale Angaben zu machen. Wetten, du kennst alle davon? Schließlich verwenden wir temporale Angaben jeden Tag, denn sie sind ein fester Bestandteil unseres Alltagslebens. Denk doch mal an dein eigenes Leben: Wie oft ergeben sich Situationen, in denen du temporale Angaben machen musst? Sicherlich jeden Tag! Willst du nun wissen, ob du wirklich alle Möglichkeiten kennst, wie man über Zeitverhältnisse spricht? Dann bleib dabei, denn genau das wird jetzt erklärt!

Temporale Angaben mithilfe der Temporaladverbien

Bevor ich den Begriff „Temporaladverb“ erkläre, müssen wir uns zunächst kurz an das Wort „Adverb“ erinnern. Sicherlich weißt du, was das bedeutet. Trotzdem schadet eine kurze Auffrischung des Gelernten nicht. Adverbien sind Wörter, die eine eigene Wortart bilden. Diese Wörter kann man nicht verändern und sie beschreiben bestimmte Umstände, zum Beispiel lokale oder kausale. Es gibt also verschiedene Arten von Adverbien und temporale Adverbien sind eine davon.

Temporale Adverbien können temporale Angaben über einen Zeitpunkt, eine Zeitdauer oder auch die Häufigkeit eines Geschehnisses beschreiben. Außerdem drücken Adverbien die Vergangenheit, die Gegenwart oder die Zukunft aus.

  • Diese Adverbien werden benutzt, um einen Zeitpunkt auszudrücken: jetzt, heute, morgen, gerade, nun, gestern, vorgestern, vorhin, einmal, neulich.
  • Um Ereignisse auszudrücken, die in einem Zeitraum stattgefunden haben (Zeitdauer), benutzt man diese Adverbien: immer, stets, heutzutage, nie, noch, früher, damals, jahrelang, lange. Mit immer und nie kann auch die Häufigkeit ausgedrückt werden.
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Temporale Angaben mit Temporaladverbien zu machen, ist ziemlich einfach. Das sind aber nicht gerade wenige Temporaladverbien – wie kann man sich so viele Wörter am schnellsten merken? Natürlich mithilfe eines Kontexts! Dafür haben wir für dich für jedes Temporaladverb jeweils einen Beispielsatz vorbereitet:

Temporale Adverbien – Beispiele

ZeitpunktZeitdauer
Jetzt bin ich fertig!Ich bin immer zu spät!
Heute treffe ich mich mit Karl.Du bist stets krank.
Morgen hat Luisa einen wichtigen Termin. Wir benutzen heutzutage kein Fax.
Gut, dass ich dich sehe. Ich wollte dich gerade anrufen!Ich verspäte mich nie.
Nun solltest du mit der nächsten Aufgabe beginnen.Ich habe die Aufgabe noch nicht erledigt.
Ich habe gestern mit meinem Chef gesprochen.Früher telefonierte ich mit ihr jeden Tag.
Vorgestern war ich beim Reiten.Damals hatten wir keine Smartphones.
Ich habe mit deinen Eltern vorhin telefoniert.Lisa hat jahrelang in der Firma gearbeitet.
Es war einmal ein schöner Tag. (Verwendung überwiegend in Erzählungen)Wir haben uns lange nicht gesehen.

Wie kann man Fragen stellen, auf die man mit temporalen Adverbien antworten kann? Dafür gibt es bestimmte Fragewörter, mit denen man solche Fragen einleitet. Hier sind sie:

  • Wann kommst du nach Hause? – Ich komme morgen um 16 Uhr nach Hause.
  • Ab wann bist du unterwegs? – Ich bin ab heute Abend nicht da.
  • Seit wann spielst du Klavier? – Ich spiele Klavier seit dem letzten Jahr.
  • Bis wann bist du im Urlaub? – Ich bleibe in Spanien bis übermorgen.
  • Wie lange bleibst du in Köln?– Ich weiß es nicht, wahrscheinlich ziemlich lange.
  • Wie oft machst du Sport? – Ich mache Sport jeden Tag.

Nun hast du alles über die Verwendung der Temporaladverbien bei temporalen Angaben gelernt. Und jetzt eine Frage an dich: Wie oft lernst du Deutsch?

Temporale Angaben mithilfe der temporalen Präpositionen

Was sind überhaupt Präpositionen? Hier ist eine kurze Erinnerung: Sie drücken Beziehungen zwischen verschiedenen Sachverhalten in einem Satz aus. Temporale Präpositionen sind dazu da, um zeitliche Beziehungen zu versprachlichen, genauer gesagt, um temporale Angaben zu machen. Genau wie bei temporalen Adverbien können temporale Präpositionen verwendet werden, um temporale Angaben über einen Zeitpunkt oder eine Zeitdauer auszudrücken.

  • Temporale Präpositionen, mit denen ein Zeitpunkt ausgedrückt wird, sind: in (im), an (am), um.
  • Eine Zeitdauer wird mit ab, von…bis…, vor, nach, seit, in, während, innerhalb und für versprachlicht.

Du hast es bestimmt bemerkt, dass in beiden Möglichkeiten die Präposition „in“ vorkommt. Das ist kein Tipp-Fehler: Wenn „in“ für einen Zeitpunkt steht, dann verwenden wir diese Präpositionen in der Kombination mit einem Monatsnamen oder einer Jahreszeit, zum Beispiel im September, im Winter. Dabei ist „im“ eine Abkürzung für „in dem“. Auch die temporale Präposition „an“ ergibt in der Kombination mit „dem“ die Präposition „am“: am Montag, am Nachmittag. Aber zurück zur temporalen Präposition „in“. Du weißt ja, in drückt eine Zeitdauer aus. Dadurch kannst du versprachlichen, wann etwas in der Zukunft im Verhältnis zum jetzigen Zeitpunkt passieren wird, wie zum Beispiel in diesem Satz: Ich fliege in 3 Wochen nach Hause. Dabei verändert sich die Präposition nicht.

Es waren bis jetzt ziemlich viele Informationen, wie man temporale Angaben mithilfe temporaler Präpositionen macht. Mit Beispielen kann man sich die oben aufgezählten temporalen Präpositionen viel schneller und besser merken. Hier haben wir für dich ein paar Beispielsätze zusammengestellt:

ZeitpunktZeitdauer
Meine Mutter holt dich um 16 Uhr ab. Bitte rufe mich nicht vor 16 Uhr an.
Am Montag gehe ich endlich zur Schule. Ich bin von heute bis übermorgen auf einer Geschäftsreise.
Ich fahre im Winter nach Norwegen. Ich habe ab 15 Uhr frei.
Ich muss für eine Stunde weggehen.
In 3 Wochen fliege ich nach Hause.
Nach 15 Uhr bin ich nicht erreichbar.
Peter hat innerhalb von 3 Tagen seine Aufgaben erledigt.
Sie bereitet sich seit Dienstag auf ihre Reise vor.
Während ich krank war, kümmerten sich meine Freunde um die Arbeit.

Nun hast du gelernt, wie man temporale Angaben mithilfe temporaler Präpositionen macht. Lust auf ein kurzes Gehirntraining? Dann schreibe in die Kommentare deine eigenen Sätze, in denen temporale Präpositionen vorkommen!

Temporale Angaben mithilfe eines Temporalsatzes

Was ist ein Temporalsatz? Man könnte denken, es handele sich um einen ganzen Satz, der ein Zeitverhältnis beschreibt. Das ist fast richtig. Ein Temporalsatz ist kein vollständiger Satz, sondern Nebensätze, die einem Hauptsatz untergeordnet sind. Diese Nebensätze (=Temporalsätze) benutzen wir, um bestimmte temporale Angaben zu machen. Schau dir diesen Satz an: Während ich gelesen habe, klingelte mein Telefon. Hier wird die Gleichzeitigkeit von zwei Handlungen ausgedrückt: Ich habe gelesen und in dieser Zeit klingelte das Telefon. Temporalsätze können Gleichzeitigkeit, Nachzeitigkeit oder Vorzeitigkeit von Ereignissen beschreiben. Na, hast du schon eine Idee, womit wir im Beispielsatz zu tun haben? Richtig, mit der Gleichzeitigkeit – es wurde gelesen und gleichzeitig klingelte das Telefon. Hier sind Beispiele für die anderen zwei Zeitverhältnisse:

  • Nachzeitigkeit: Nachdem ich in Berlin angekommen bin, fuhr ich ins Hotel.
  • Vorzeitigkeit: Bevor sie gekocht hat, war sie einkaufen.

Wie dir bestimmt schon aufgefallen ist, benötigt ein Temporalsatz Konjunktionen, mit denen er eingeleitet wird. In unseren Beispielen von oben waren während, nachdem und bevor die Konjunktionen. Sie haben die Temporalsätze eingeleitet. Natürlich gibt es noch mehr Konjunktionen, mit denen Temporalsätze beginnen können. Hier sind sie:

  • Gleichzeitigkeit: während, wenn, seit, solange, als;
  • Vorzeitigkeit: nachdem, sobald, wenn, nachdem, seit;
  • Nachzeitigkeit: bis, bevor.

„Wenn“ kann benutzt werden, um entweder Gleichzeitigkeit oder Vorzeitigkeit auszudrücken. Wenn ich mit der Aufgabe fertig bin, rufe ich meine Mutter an. Das Ereignis im Temporalsatz mit „wenn“ passiert vor dem Anruf der Mutter. Das ist ein Zeichen der Vorzeitigkeit. Im Satz „Ich spreche mit ihm, wenn ich ihn sehe“ drückt „wenn“ die Gleichzeitigkeit von zwei Handlungen aus: Ich sehe ihn und spreche mit ihm gleichzeitig.

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Nun kannst du problemlos temporale Angaben machen! Hast du alles verstanden? Prima! Wenn du aber eine Frage hast, kein Problem – schreibe sie in die Kommentare und das Sprachcoach Team wird sie sehr gerne beantworten!

Fragen & Antworten:

Was ist eine temporale Angabe?

Mit einer temporalen Angabe geben wir Informationen in Bezug auf die Zeit.

Wie macht man temporale Angaben?

Um eine temporale Angabe zu machen, gibt es drei Möglichkeiten: Man macht sie mithilfe der Temporaladverbien, temporalen Präpositionen oder Temporalsätze.

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Wortschatz:

  1. Verabredung (die): Wenn zwei oder mehrere Personen besprechen, wann sie sich treffen wollen.

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Artikel von:

Aleksandra

Hinter dem Polarkreis aufgewachsen und Lehrerin aus Leidenschaft. Ich liebe Deutsch und die Berge!

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