Zeitangaben richtig machen!

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September 7

Eine Frage an dich: Wie oft sprichst du über Zeit? Vermutlich jeden Tag. Allein bei einer Terminvereinbarung müssen wir uns mit unseren Gesprächspartnern auf einen Wochentag, eine Tageszeit und eine Uhrzeit festlegen. Du siehst also, dass Zeitangaben ein ganz wichtiger Teil unseres Alltags sind und natürlich möchte man sie richtig machen. Die Frage ist dabei nur: wie? Das erfährst du in diesem Artikel!

Was sind Zeitangaben?

Wie würden wir leben, wenn es keine Zeitangaben gäbe? Wahrscheinlich ziemlich chaotisch! Stell dir vor, es gäbe keine Termine in den Arztpraxen oder in den Behörden – noch längere Wartezeiten als jetzt sind damit garantiert… Das wollen wir natürlich nicht und zum Glück gibt es dieses „Ordnungsmittel“ – Zeitangaben, die dafür sorgen, dass es kein Durcheinander1 und lange Wartezeiten gibt!

Unter einer Zeitangabe versteht man ein Wort oder einen Satzteil, mit dem ein Zeitpunkt oder ein Zeitraum ausgedrückt wird. Kurz gesagt: Zeitangaben sind Informationen über eine bestimmte Zeit. Dabei können Angaben über Uhrzeiten, Tageszeiten oder Wochentage gemacht werden.

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Zeitangaben: Uhrzeiten

Wie macht man eine Uhrzeitangabe richtig? Das hängt davon ab, in welchem Kontext darüber gesprochen wird – in einem formellen oder informellen. Der wichtigste Unterschied besteht dabei darin, wie die Uhrzeit gesagt wird, genauer gesagt, die Ziffern und Zahlen. Formelle Ausdrucksweisen werden vor allem in den Behörden oder Briefen von offiziellen Stellen wie Krankenhaus oder Schule verwendet. Informelle Sprechweisen sind ein Teil der Alltagssprache und werden in den Unterhaltungen mit bekannten Personen verwendet. Zurück zur Uhrzeit. Nehmen wir mal eine beispielhafte Uhrzeit – 3 Uhr. Wenn man sich informell mit jemandem unterhält, so kann die Ziffer 3 als „drei“ sowohl für die Uhrzeit morgens als auch nachmittags benutzt werden:

  • Es ist drei Uhr (morgens) / Es ist drei Uhr (nachmittags).

Im formellen Sprachgebrauch sieht es ein bisschen anders aus:

  • Es ist drei Uhr (morgens). ABER: Es ist fünfzehn Uhr (nachmittags).

Und nun zu der Frage, wie man nach einer Uhrzeit fragt. Meistens gibt es dafür zwei Möglichkeiten: Wie spät ist es? oder Wie viel Uhr ist es? Die beiden Fragen kann man mit „Es ist … Uhr“ beantworten. Achtung: Wenn man bei einer Zeitangabe solche Wörter wie „Viertel“ oder „halb“ verwendet, dann lässt man das Wort „Uhr“ weg. Die Zeitangabe „Es ist Viertel nach fünf Uhr“ wäre also falsch. Richtig wäre es zu sagen „Es ist Viertel nach fünf“. Hast du eine Idee, zu welcher Sprechweise das letzte Beispiel passen könnte – zur formellen oder informellen? Du liegst richtig, wenn du an die informelle Sprache gedacht hast. Denn formell würde diese Zeitangabe „Es ist fünf Uhr fünfzehn“ oder „Es ist siebzehn Uhr fünfzehn“ lauten.

Zeitangaben: Tageszeiten

Morgen, Vormittag, Mittag, Nachmittag, Abend, Nacht – wie wir wissen, sind diese Wörter Bezeichnungen für die Tageszeichen im Deutschen. Mit ihrer Verwendung machen wir ebenfalls Zeitangaben – wir können etwas vormittags oder aber auch abends unternehmen. Das ist einfach. Was nicht so einfach ist, ist die Rechtschreibung, genauer gesagt, Groß- und Kleinschreibung dieser Wörter. Hierfür gibt es bestimmte Regeln:

  • Werden Tageszeiten als Substantive verwendet, so schreibt man sie groß: der Vormittag, am Nachmittag.
  • Man schreibt sie groß auch dann, wenn sie nach einer Präposition oder einem Adverb stehen: gegen Mittag; heute Morgen; morgen Abend.
  • Verwendet man Tageszeiten adverbial, so werden sie kleingeschrieben: nachmittags, morgens, vormittags, abends, mittags, nachts.
Großschreibung:Wenn Tageszeiten als Substantive auftretender Mittag; am Abend
Tageszeiten stehen nach

a) einer Präposition
b) einem Adverb
a) gegen Abend
b) morgen Nachmittag; heute Morgen
Kleinschreibung:Wenn Tageszeiten als Adverbien auftreten morgens, nachmittags, abends, mittags

Kennst du dieses Gefühl, wenn man gegen 11 Uhr vormittags jemanden grüßen möchten, ist sich aber unsicher, ob man „Guten Morgen“ oder bereits „Guten Tag“ sagen sollte? Lass uns endlich mal klären, wann welche Tageszeiten beginnen!

  • morgens: 05:00 bis 10:00 Uhr
  • vormittags: 10:00 bis 12:00 Uhr
  • mittags: 12:00 bis 15:00 Uhr
  • nachmittags: 15:00 bis 18:00 Uhr
  • abends: 18:00 bis 23:00 Uhr
  • nachts: 23:00 bis 05:00 Uhr

Zeitangaben: Wochentage

Die sieben Wochentage kennst du bereits: Montag, Dienstag, Mittwoch, Donnerstag, Freitag, Samstag und Sonntag. Diese zählen ebenfalls zu den Mitteln der Zeitangaben. Aber auch hier ergibt sich die Frage der Groß- und Kleinschreibung: Schreibt man Wochentage groß oder klein? Hier gilt teilweise die Regel der Groß- und Kleinschreibung der Tageszeiten: Werden Wochentage substantivisch benutzt, so schreibt man sie groß: Morgen ist Montag; am Mittwoch ist mein Deutschkurs; nächsten Freitag fahren wir in den Urlaub. Ob ein Wochentag substantivisch verwendet wird, erkennen wir daran, dass man einen bestimmten oder unbestimmten Artikel davor setzen kann oder wenn das davor stehende Adjektiv dekliniert ist: am Freitag gehe ich zum Sport; nächster Montag wird anstrengend sein. Wenn man die Wochentage mit der Endung -s schreibt, muss man sie kleinschreiben: montags habe ich meinen Deutschkurs; freitags mache ich Yoga. Wochentage mit dem -s am Ende drücken Zeitangaben aus, die eine Allgemeinheit betreffen. Das bedeutet, wenn wir zum Beispiel „montags“ sagen, meinen wir damit nicht einen bestimmten Montag, sondern jeden Montag.

Groß- und Kleinschreibung der Wochentage

  • Wochentage werden großgeschrieben, wenn vor ihnen ein bestimmter oder unbestimmter Artikel gesetzt werden kann (substantivische Verwendung): am Montag, der Dienstag, nächster Mittwoch, …
  • Wochentage müssen kleingeschrieben werden, wenn ihnen die Endung -s hinzugefügt wird: montags, dienstags, mittwochs, donnerstags, …


Nach Zeitangaben fragen und auf sie antworten

Am häufigsten fragt man nach Zeitangaben mit dem Fragewort Wann: Wann ist der Kindergeburtstag? Wann gehst du zum Sport? Dabei kann man nach einer Uhrzeit wie auch einem Wochentag, Monat oder Jahr fragen. Während die Frage für alle drei Zeitangaben gleich ist, unterscheiden sich die Antworten aber. Schauen wir sie uns genau an. Nehmen wir mal die Beispielfrage „Wann kochst du?“

  • Uhrzeit: Wenn man diese Frage mit einer Uhrzeit beantworten möchte, benutzt man üblicherweise die Konstruktion um … Uhr. Die Antwort auf die Beispielfrage würde also lauten Ich koche um 18 Uhr.
  • Wochentag: Beantwortet man eine Frage nach Zeitangaben mit einem Wochentag, so sagt man am + Wochentag: Ich koche am Montag. Möchte man jedoch allgemein bleiben und wird kein konkreter Tag gemeint, so muss der sogenannte Nullartikel verwendet werden und „am“ fällt weg: Ich koche montags.
  • Monat: Wenn man gar nicht so oft kocht, kann man diese Frage mit einer Zeitangabe in Monaten beantworten. Dabei benutzt man die Präposition in + Monatsname: Ich koche immer im Dezember. Selten, aber bestimmt lecker!
  • Jahr: Für Zeitangaben mit dem Jahr nehmen wir mal eine andere Beispielfrage, denn ich bin mir unsicher, ob es Menschen gibt, die nur in bestimmten Jahren ihre Kochkünste ausüben… Deshalb frage ich: Wann fährst du in den Urlaub? Es gibt zwei Möglichkeiten, diese Frage zu beantworten: Ich fahre nächstes Jahr in den Urlaub; Ich fahre im nächsten Jahr / im Jahr 2025 in den Urlaub. Wie du siehst, kann man so eine Frage entweder mit der Präposition in oder ohne sie beantworten. Die Antwortmöglichkeit mit der Präposition wird jedoch eher selten verwendet.

Fragen & Antworten:

Was sind Zeitangaben?

Zeitangaben sind Informationen über eine bestimmte Zeit.

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Wortschatz

  1. Durcheinander (das): Chaos

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Artikel von:

Aleksandra

Hinter dem Polarkreis aufgewachsen und Lehrerin aus Leidenschaft. Ich liebe Deutsch und die Berge!

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