N-Deklination, was ist das?

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November 1

„Ich lasse mir doch keinen Bären aufbinden!“ (deutsche Redewendung).

Ja, hier ist nur ein Bär gemeint (zwei wären schon viel zu schwer). Woher kommt also dieses „-n“ bzw. -en) im Singular? Deutsche Grammatik studieren ist gleich deklinieren, deshalb stellen wir dir in diesem Artikel eine besondere Form der Deklination der deutschen Grammatik vor: die „N-Deklination“. Welche Nomen brauchen diese Deklination und wie kannst du sie dir merken? Bleib dran!

Wie funktioniert die N-Deklination?

Kurzerklärung: Man braucht ein zusätzliches „-n“ am Ende verschiedener deklinierter Nomen. Bei welchen? Nur männliche Nomen mit dem Aritkel „der“ (Ausnahme: das Herz) aus folgenden Gruppen: Personen und Nationalitäten, Tiere sowie bestimmte Berufe, Nomen mit den Endungen: „-and/ant, -ent, -at“, ist, abstrakte maskuline Nomen, des Weiteren ein paar Ausnahmen – alle diese Nomen brauchen im Singular ein extra „-n“ bzw. „-(e)n“ im Dativ, Akkusativ und Genitiv (niemals im Nominativ!). Abstrakte männliche Nomen brauchen im Genitiv ein „-(e)ns“ und nur die Ausnahme „das Herz (nicht maskulin)“ braucht die N-Deklination mit ihren Endungen „-n“ und „-ns“ nur! im Dativ und Genitiv, nicht im Akkusativ!

Zu allen diesen Gruppen zeigen wir dir im Folgenden ein paar wichtige Beispiele. Die N-Deklination (Liste) kann natürlich noch auf weitere Begriffe erweitert werden. Kennst du noch andere?

N-Deklination

Akkusativden NamenSie müssen Ihren Namen hier eintragen.
Dativdem NamenGibt es hier jemanden mit dem Namen Maria?
Genitivdes NamensDas ist der erste Buchstabe meines Namens.

1.) Männliche Personen/ Nationalitäten (der Endung „-e“)

Folgende Wörter verwenden laut der deutschen Grammatik die N-Deklination: der Jung

Folgende Wörter verwenden laut der deutschen Grammatik die N-Deklination: der Junge, der Experte, der Kollege, der Kunde, der Neffe, der Zeuge, der Franzose, der Russe, der Grieche etc.

Diese folgenden Nomen der haben keine Endung „-e“ (Ausnahmen). Die Deklination funktioniert jedoch nach den gleichen Regeln für: Mensch, Herr, Nachbar, Bauer, Fotograf, Held, Architekt, Idiot, Pilot. Die Beugung verlangt ein „-n“ oder „-en“. Beispiel: „Das ist der Hund des Nachbarn.“ (N-Dekl. im Genitiv) oder „Ich gehe zum Fotografen.“ (N-Dekl. im Dativ).

der Experte, der Kollege, der Kunde, der Neffe, der Zeuge, der Franzose, der Russe, der Grieche etc.

Diese folgenden Nomen der haben keine Endung „-e“ (Ausnahmen). Die Deklination funktioniert jedoch nach den gleichen Regeln für: Mensch, Herr, Nachbar, Bauer, Fotograf, Held, Architekt, Idiot, Pilot. Die Beugung verlangt ein „-n“ oder „-en“. Beispiel: „Das ist der Hund des Nachbarn.“ (N-Dekl. im Genitiv) oder „Ich gehe zum Fotografen.“ (N-Dekl. im Dativ).

2.) Maskuline Tiere

Alle maskulinen Tiere, die im Plural auf „n“ (oder „-en“) enden, also zum Beispiel: viele Bären (der), drei Löwen (der), große Elefanten (der), verlangen ebenfalls im Singular in allen Fällen außer Nominativ die N-Deklination. Beispiel im Dativ: „Ich spiele mit dem Elefanten.“

3.) Maskuline abstrakte Nomen (+ „-n“ oder „-ns“)

Diese abstrakten Nomen mit dem maskulinen Artikel „der“ folgen den N-Deklinations-Regeln: Wort + „-n“ (Akkusativ, Dativ) oder Wort + „-ns“ (Genitiv). Einige dieser Nomen sind im Nominativ: der Buchstabe, der Name, der Friede(n), der Gedanke, der Glaube, der Wille etc.


Und jetzt bist du dran! Schau dir nochmal die oben stehende Liste der abstrakten, maskulinen Nomen der N-Deklination an. Du kannst sie für persönliche N-Deklination Übungen verwenden. Versuche Gedanke, Glaube etc. nach dem obigen Muster zu beugen!

4.) Maskuline Nomen mit -ant, -ent, -at, -ist

Des Weiteren musst du auch bei diesen der-Wörtern mit spezifischen Endungen die N-Deklination benutzen:

ant: Praktikant, Demonstrant, Elefant (siehe auch Tier)
ent: Student, Patient, Präsident
at: Bürokrat, Automat
ist: Journalist, Tourist, Christ

Tabelle N-Deklination Beispiel
Akkusativ den Patienten Ich habe den Patienten ins Wartezimmer geschickt.
Dativ dem Patienten Der Arzt hat dem Patienten ein Medikament gegeben?
Genitiv des Patienten Das ist der Name des neuen Patienten.

Einige wenige Nomen der N-Deklination schreibt man statt mit „-ant“ mit „-and“. Beispielsweise „Doktorand“ (Achtung bei der Aussprache, man hört trotzdem nur ein „t“. Wie du siehst, betrifft dieses Thema nur bestimmte Gruppen und niemals den Nominativ! Versuche so viel wie möglich mit Wörtern dieser Listen zu üben, die du definitiv in deinem Alltag gebrauchen möchtest. Wie immer empfehlen wir dir, beim Üben ganze Sätze zu bilden. Auf diese Weise hast du immer eine konkrete Assoziation im Kopf und kannst dir die Beispiele besser merken. Du schaffst das! Welche dieser Wörter bereiten dir besonders Schwierigkeiten? Schreibe uns darüber (unten in den Kommentaren)!

n deklination regeln
Welche Nomen brauchen die N-Deklination?

ACHTUNG !

Ausnahme!

Das einzige NICHT maskuline Wort ist: das H E R Z (Nominativ).

Es bildet die N-Deklination nur im Dativ („mit dem Herzen“) und Genitiv („des Herzens“).

Akkusativ: „Er untersucht das Herz.“ (keine N-Deklination !!!)


Auch: Astronaut und Planet (Nominativ) passen in keine der aufgeführten Gruppen, verlangen aber die N-Deklination! Beispiel: den Astronauten, dem Astronauten, des Astronauten etc.

N-Deklination – häufig gestellte Fragen

Welche Nomen brauchen die N-Deklination?

Männliche Personen und Nationalitäten (Franzose, Russe etc.) sowie bestimmte Berufe (zum Beispiel: Psychologe, Biologe etc:). Tiere, Nomen mit den Endungen: „-and/ant, -ent, -at, -ist“, abstrakte maskuline Nomen. Bestimmte Ausnahmen (Mensch, Held, Herr etc.)

Wann braucht man die N-Deklination?

Hauptsächlich bei maskulinen Nomen/Substantiven (der) und nur im Akkusativ, Dativ und Genitiv (niemals im Nominativ!). Ausnahme ist: „das Herz“ (Achtung: N-Deklination auch nur im Dativ und Genitiv)

Verlangen alle männlichen Tiere im Singular die N-Deklination?

Nein, nur die Tiere, die im Plural auch ein „-n“ am Ende haben. Z.B.: der Bär (Bären), der Elefant (Elefanten) oder Löwe (Löwen). Nicht so: Hund (Hunde) oder Schmetterling (Schmetterlinge) = hier keine N-Deklination!


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Artikel von:

Isabella

Aktuell in Südfrankreich lebend zwischen Lavendelfeldern und Olivenbäumen gebe ich Deutschlernern und Bloglesern weltweit meine Leidenschaft für den Reichtum der deutschen Sprache weiter. Auch als digitale Nomadin denke und fühle ich in meiner Muttersprache.

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