Dativ und Akkusativ – einfach erklärt

Aleksandra

September 15

Einige Sprachen haben bis zu 7 Stück davon, manche sogar bis zu 15. Hast du schon verstanden, was ich damit meine? Richtig, die Fälle. Diese nennt man auch “Kasus”. Wahrscheinlich weißt du bereits, dass es im Deutschen 4 Fälle gibt: Nominativ, Genitiv, Dativ, Akkusativ.

Während Nominativ und Genitiv relativ einfach zu verstehen und zu lernen sind, gibt es bei der Aneignung von Dativ und Akkusativ oft große Verwirrungen und Unsicherheiten. Dieser Beitrag wird dir helfen, den Unterschied zwischen Dativ und Akkusativ besser zu verstehen! Also, hole dir dein Lieblingsgetränk, mache es dir bequem und lass uns loslegen! 🙂

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Wem gehört der Cappuccino? (Dativ) – Wen kann ich wegen meines schwierigen Lehrbuchs fragen? (Akkusativ)

Wozu benötigen wir den Kasus (die Fälle)?

Wie du bereits der Einleitung entnehmen konntest, gehören Dativ und Akkusativ zu den vier Kasus des Deutschen. Bevor wir uns mit den beiden Fällen auseinandersetzen, lass uns erstmal klären, was Kasus überhaupt bedeutet.

Kasus (der) bedeutet hauptsächlich die Abhängigkeit eines Satzteiles von einem Wort. Ein Beispiel dazu: Ich kaufe eine schöne Tasche. “eine schöne Tasche” steht im Akkusativ, weil ich fragen kann “Was oder wen kaufe ich?”. So bestimmt das Verb “kaufen” den Kasus des Substantivs “Tasche”.

Was sind Dativ und Akkusativ?

Nun lass uns die beiden Fälle genauer anschauen. Was bedeuten Dativ und Akkusativ? Wo ist der Unterschied? Mit den beiden Kasus werden Objekte in einem Satz sichtbar gemacht. Das ist die Hauptfunktion von Dativ und Akkusativ.

Der Dativ (3. Fall)

Die Funktion des Dativs besteht darin, einen Empfänger deutlich zu machen. Zum Beispiel: Ich gebe dem Freund sein Buch zurück. Der Freund ist in unserem Beispiel der Empfänger und steht im Dativ. In diesem Fall bestimmt das Verb den Kasus des Substantivs: Ich gebe (wem?) dem Freund […]. Aber dazu erzähle ich später noch mehr. Ein Objekt, das im Dativ steht, heißt auch indirektes Objekt oder Dativobjekt. Vielleicht hast du davon schonmal gehört?

Um zu prüfen, ob es sich um einen Dativ handelt, kannst du die Kontrollfrage “wem?” oder “wo?” stellen. Ein Beispiel dazu: Das Buch liegt (wo?) auf dem Tisch. “Dem Tisch” ist also das Dativobjekt.

Substantive, Adjektive und Artikel im Dativ

Es ist bestimmt nichts Neues für dich, wenn ich sage, dass in der deutschen Grammatik Substantive, Adjektive und Artikel dekliniert werden. Zur Erinnerung: Sie werden nach Genus, Kasus und Numerus dekliniert. Lass uns mal schauen, was mit den drei oben genannten Wortarten passiert, wenn wir sie nach dem Dativ deklinieren müssen.

Ich schenke einer schönen Frau Blumen. Wie du sehen kannst, am Substantiv “Frau” ändert sich nichts. Normalerweise werden Substantive im Dativ nicht verändert, wenn sie im Singular stehen. Aber es gibt ein paar Ausnahmen, die du dir merken solltest: dem Jungen / dem Stunden / dem Menschen. Im Plural dagegen wird immer eine -(e)n oder -s Endung hinzugefügt: den Schreibern, den Stars.

Die Deklination der Adjektive im Dativ bereitet ebenfalls keine Kopfschmerzen. Egal in welchem Genus, Kasus oder Numerus ein Substantiv steht, wird den Adjektiven immer die Endung -(e)n hinzugefügt: der schönen Frau, den großen Bäumen, dem attraktiven Mann. Einfach, oder? Möchtest du vielleicht noch mehr über die Adjektivdeklination wissen?

Bei den Artikeln ist die Deklination auch ziemlich einfach. Du weißt ja, es gibt bestimmte und unbestimmte Artikel. Die bestimmten, unbestimmten Artikel und Negationsartikel werden wie folgt dekliniert:

  • feminin: der Frau / einer Frau / keiner Frau
  • maskulin: dem Mann / einem Mann / keinem Mann
  • neutral: dem Kind /einem Kind / keinem Kind

Mehr über bestimmte Artikel erfährst du in diesem Artikel: https://dein-sprachcoach.de/der-die-das-bestimmte-artikel/ . Auch über die unbestimmten Artikel gibt es einen Beitrag. Schaue ihn dir gerne an:

Unbestimmte Artikel: ein, eine, ein

Der Akkusativ (4. Fall)

Nun kommen wir zum Akkusativ. Wie fragt man nach dem Akkusativobjekt? Danach kannst du mit Kontrollfragen “wen?” oder “was?” fragen. Er bezeichnet eine Person oder eine Sache, die behandelt wird oder von der die Rede ist. In unserem ersten Beispiel “Ich kaufe eine schöne Tasche” stehen die Satzglieder “eine schöne Tasche” im Akkusativ. Ein Objekt, das im Akkusativ steht, heißt auch direktes Objekt oder Akkusativobjekt. Lass und die Deklination der Satzglieder anschauen, die im Akkusativ stehen.

Die Substantive, wenn sie im Akkusativ stehen, werden normalerweise nicht verändert. Aber auch wie bei der Dativ-Deklination gibt es hier Besonderheiten, die man sich merken soll. Das sind maskuline Nomen, die auf -e und -ent enden: der Löwe – den Löwen; der Referent – den Referenten. Es gibt aber auch Ausnahmen wie der Herr – den Herrn; der Mensch – den Menschen, der Elefant – den Elefanten usw.

Bei den Adjektiven sieht die Sache ein bisschen anders aus: Ihnen wird eine Endung abhängig vom Genus des Substantivs hinzugefügt:

  • feminin (-e hinzufügen): Ich habe eine schöne Frau gesehen.
  • maskulin (-(e)n hinzufügen): Ich habe einen schönen Mann gesehen.
  • neutral (-(e)s hinzufügen): Ich habe ein schönes Bild gesehen.

Wenn wir eine Pluralform vor uns haben, dann muss meistens einfach nur die gewöhnliche Pluralmarkierung eines Substantives verwendet werden: Ich habe viele Blumen gekauft; Ich habe deine Freunde gesehen; Ich bringe drei Stücke mit.

In diesen drei Beispielen ist schon die Deklination der unbestimmten Artikel sichtbar: bei einem femininen Nomen wird ein -e hinzugefügt, bei einem maskulinen ein -en und bei den neutralen wird keine Endung angehängt. Daraus kann man eigentlich die Deklination der bestimmten Artikel und Negationsartikel ableiten:

  • feminin: die / keine schöne Frau
  • maskulin: den / keinen schönen Mann
  • neutral: das / kein schönes Bild

Kleine Übung für dich: Ich habe den Mann gerufen. Welches Satzglied ist in diesem Satz das Akkusativobjekt?

Weitere Besonderheiten von Dativ und Akkusativ

Neben der Deklination nach Dativ und Akkusativ, gibt es noch weitere Besonderheiten der beiden Kasus, nämlich die Verwendungsart. Die beiden Fälle können nach bestimmten Verben und Präpositionen verwendet werden.

Verben mit Dativ und Akkusativ

Bei unserem ersten Beispiel “Ich kaufe eine schöne Tasche” habe ich bereits erwähnt, dass das Verb “kaufe” den Kasus des Substantivs, den Akkusativ, bestimmt.

Überraschung: Dieses Verb kann aber auch einen anderen Kasus bestimmen: den Dativ. Was meinst du, wie würde in diesem Fall unser Satz lauten? Vielleicht “Ich kaufe einer schönen Tasche”? Leider falsch. Wenn dieses Verb einen anderen Kasus bestimmt, verändert sich der Sinn der Aussage komplett und unser Satz würde dann lauten: “Ich kaufe der Mutter eine schöne Tasche.”. Man kann in diesem Beispiel aus dem Akkusativobjekt kein Dativobjekt zaubern. Man muss auf jeden Fall einen Empfänger, das Dativobjekt, hinzufügen. Sonst haben wir mit “Ich kaufe einer schönen Tasche” einen Quatsch-Satz. Übrigens, in diesem Satz siehst du, dass das Dativ und Akkusativ in einem Satz gleichzeitig verwendet werden. Dabei stellen sich Deutschlerner oft folgende Frage: In welcher Reihenfolge sollen die beiden Objekte genannt werden: zuerst das Akkusativobjekt und dann das Dativobjekt oder umgekehrt? Dafür gibt es einfache Regeln:

AKKUSATIVOBJEKT VOR DATIVOBJEKT:

  • Wenn die beiden Objekte Pronomen (ihr, sie, mir, dich usw.) sind, wird zuerst das Objekt im Akkusativ und dann das Dativobjekt verwendet: Gib sie mir.
  • Auch wenn nur das Akkusativobjekt ein Personalpronomen ist, wird das vor dem Dativobjekt gesetzt: Er gibt ihn seiner Freundin.
  • Das ist auch der Fall, wenn wir ein Objekt im Akkusativ betonen möchten: Maria gibt ihre Ausarbeitungen dem Chef.

DATIVOBJEKT VOR AKKUSATIVOBJEKT:

  • In allen anderen Fällen nennt man in der Regel das Dativobjekt vor dem Akkusativobjekt: Gib mir das Buch. Ich kaufe meiner Mutter eine schöne Tasche.

Verben mit Dativ und Akkusativ – Beispiele

Also, mit welchen Verben benötigen wir den Dativ und bei welchen den Akkusativ? Wir haben eine Liste mit einigen Verben zusammengestellt:

Verb + Dativ (oft drücken sie eine persönliche Beziehung aus):

dativ verben liste

Verb + Akkusativ:

Für diesen Fall gibt es keine Liste mit einer begrenzten Zahl an Verben, denn den Akkusativ benötigen die meisten Verben im Deutschen! Wir sparen uns an dieser Stelle eine Wörterliste, weil sie unendlich lang ist. Es gibt jedoch ein paar Besonderheiten und Tipps. Mit diesen Tricks weißt du 100%, dass ein Verb einen Akkusativ benötigt:

  1. Untrennbare Verben mit Vorsilben be-, ver- und zer- verlangen immer den Akkusativ: Er bekommt ein Geschenk. / Wir besuchen meine Familie. / Sie verließ den Garten. / Ich verstehe dich. / Ich zerreiße die Rechnung.
  2. Verben mit dem unpersönlichen Subjekt “es” benötigen meistens ein Akkusativpronomen: Es ärgert mich. / Es beleidigt uns. / Es wundert mich. / Es macht mich froh. / Es erschreckt mich.
  3. Nach der Wendung “es gibt” und nach dem Vollverb “haben” folgt immer ein Akkusativ: Es gibt keine Nudeln. / Es gibt nur ein Fach. / Ich habe ein Haus.

Verb + Dativ und Akkusativ:

Es gibt aber auch Verben, die Objekte im Dativ und Akkusativ gleichzeitig benötigen können. Hier ist die Liste mit einigen solchen Verben:

verben dativ akkusativ liste

Übung 1: Dativ und Akkusativ

Nun lass uns ein bisschen üben. Die Lösungen findest du nach diesem Artikel. 🙂

Dativ, Akkusativ oder Dativ und Akkusativ? Setze die Wörter in den Klammern in die richtige Form!

  1. Ich beatworte (er) (sein) Frage.
  2. Glaubst du (ich)?
  3. Es gibt (ein) schönen Rock.
  4. Ich besuche (mein) Verwandte in Köln.
  5. Gib (ich) die Schlüssel, bitte!

Präpositionen mit Dativ und Akkusativ

Bis jetzt haben wir uns nur Beispiele mit Verben angeschaut. Es gibt aber noch eine Besonderheit, die man leider auswendig lernen muss: die Verwendung von Dativ und Akkusativ abhängig von der Präposition. Das Auswendiglernen hört sich vielleicht abschreckend an, vor allem, weil es sehr viele Präpositionen gibt, die unterschiedliche Kasus benötigen. Nur keine Panik! Man kann sich die Präpositionen mit Dativ + Akkusativ sehr einfach merken, wenn man viel übt. Dafür gibt es auch zahlreiche Möglichkeiten: zum Beispiel Übungen aus dem Internet, Übungsbücher aus einer Bibliothek oder Buchhandel, spielerische Übungen wie etwa Domino mit Präpositionen. Lass uns nun klären, welche Präposition ein Objekt im Dativ und welche im Akkusativ benötigt.

Präposition + Dativ:

Ab, aus, außer, bei, dank, entgegen, entsprechend, gegenüber, gemäß, mit, nach, samt, seit, von, zu, zufolge.

Präposition + Akkusativ:

Bis, durch, entlang, für, gegen, ohne, um, wider.

Präposition + Dativ und Akkusativ*:

an, auf, hinter, in, neben, über, unter, vor, zwischen.

*Ja, deutsche Sprache – schwere Sprache. Es gibt einige Präpositionen, bei denen wir ein Objekt im Dativ und Akkusativ gleichzeitig verwenden können. Ich kann dich schonmal beruhigen und sagen, dass es klare Regeln gibt, die uns bei der Frage helfen, ob man eine Präposition mit Dativ oder Akkusativ verwenden soll.

  • Wir verwenden die oben genannten Präpositionen mit Akkusativ, wenn eine Bewegung mit Richtung auf ein Ziel vorgegeben ist. Die Kontrollfrage ist wohin? Ein Beispiel dazu: Ich gehe in die Schule. (“die Schule” steht im Akkusativ, weil ich mich in Richtung Schule bewege.).
  • Mit Dativ werden diese Präpositionen verwendet, wenn ein Ort, eine Fläche, ein Raum oder ein fester Punkt vorgegeben sind. Die Kontrollfrage lautet in diesem Fall woher? oder wo? Ein Beispiel: Ich bin in der Schule. (“der Schule” steht im Dativ, weil das ein fester Ort ist, wo ich mich befinde).

Übung 2: Dativ oder Akkusativ?

Du wirst mir bestimmt zustimmen, dass das Gelernte auch geübt werden muss. Deshalb schaue dir diese Sätze an und entscheide dich, ob es sich um ein Akkusativ- oder Dativobjekt handelt. Die Lösungen findest du am Ende dieses Artikels. Viel Erfolg! 😉

Beispiel: Ich stehe auf der Brücke. (Dativobjekt “der Brücke”)

  1. Ich gehe durch den Wald.
  2. Die Schlange kriecht unter den Busch.
  3. Das Buch liegt unter dem Tisch.
  4. Ich setzte mich zwischen meine Mutter und meinen Vater.
  5. Ich sitze zwischen meiner Mutter und meinem Vater.
  6. Er geht mit seiner Schwester joggen.

Dativ, Akkusativ… Das Thema ist sicherlich nicht so einfach zu verstehen. Regelmäßiges Üben und Geduld werden aber aus dir einen Profi in der Verwendung von Dativ und Akkusativ machen, versprochen! 😉

Die Lösungen

Übung 1 (Verb + Dativ / Akkusativ / Dativ und Akkusativ):

  1. Ich beatworte ihm seine Frage. (Dativ + Akkusativ)
  2. Glaubst du mir? (Dativ)
  3. Es gibt einen schönen Rock. (Akkusativ)
  4. Ich besuche meine Verwandte in Köln. (Akkusativ)
  5. Gib mir die Schlüssel, bitte! (Dativ)

Übung 2 (Präposition + Dativ / Akkusativ / Dativ und Akkusativ):

  1. Ich gehe durch den Wald. (Akkusativobjekt “den Wald”)
  2. Die Schlange kriecht unter den Busch. (Akkusativobjekt “den Busch”)
  3. Das Buch liegt unter dem Tisch. (Dativobjekt “dem Tisch”)
  4. Ich setzte mich zwischen meine Mutter und meinen Vater.(Akkusativobjekt “meine Mutter und meinen Vater”)
  5. Ich sitze zwischen meiner Mutter und meinem Vater. (Dativobjekt “meiner Mutter und meinem Vater”)
  6. Ich gehe mit meiner Schwester joggen. (Dativobjekt “meiner Schwester”)

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Dativ und Akkusativ – häufig gestellte Fragen

Was ist der Unterschied zwischen Dativ und Akkusativ?

Mit dem Dativobjekt kennzeichnen wir einen Empfänger. Mit dem Akkusativobjekt wird hingegen eine Person, ein Gegenstand oder ein Sachverhalt ausgedrückt, von dem gerade gesprochen wird.

Welche Präpositionen bemötigen ein Akkusativobjekt?

Nach den Präpositionen bis, durch, entlang, für, gegen, ohne, um, wider steht immer ein Akkusativobjekt.

Welche Präpositionen benötigen ein Dativobjekt?

Ein Dativobjekt steht immer nach diesen Präpositionen ab, aus, außer, bei, dank, entgegen, entsprechend, gegenüber, gemäß, mit, nach, samt, seit, von, zu, zufolge.


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Aleksandra

Hinter dem Polarkreis aufgewachsen und Lehrerin aus Leidenschaft. Ich liebe Deutsch und die Berge!

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