Was ist der Akkusativ?

Fabienne

Juni 6

Die deutsche Grammatik hat insgesamt 4 Fälle. Der Akkusativ ist der vierte Fall (Kasus). Es gibt noch den Nominativ, den Genitiv und den Dativ. Kommst du oft mit diesen vier Fällen im Deutschen durcheinander? Dann hilft dir dieser Artikel! Wir klären, was der Akkusativ ist, wie du ihn erkennst und wann du ihn verwendest.

Wie fragt man nach dem Akkusativ?

Fragen kannst du nach dem vierten Fall im Deutschen mit „wen oder was?“. Der Akkusativ ist in der Grammatik daher auch als Wen-Fall bekannt. Das sind einige Akkusativ-Beispielsätze:

Ich habe eine Katze. (Was habe ich? – Eine Katze)

Martin besucht seinen Freund. (Wen besucht Martin? – Seinen Freund)

Tina sammelt Bücher. (Was sammelt Tina? – Bücher)

Der vierte Fall zeigt an, wen oder was eine Handlung1 betrifft. Es geht also um eine Person oder eine Sache, mit der etwas gemacht wird oder die für eine bestimmte Handlung benutzt wird.

Tiere gelten in der deutschen Grammatik übrigens als Sache 🙁

Dativ, Akkusativ, Genitiv, Nominativ: Das sind die vier Fälle in der deutschen Grammatik. Damit du nicht durcheinander kommst, sind hier die Fragen nach den anderen drei Kasusformen zur Wiederholung:

Nominativ (1.Fall): Wer oder was? Ich habe eine Katze. Wer hat eine Katze? – Ich.

Genitiv (2. Fall): Wessen? Das ist die Katze meines Bruders. Wessen Katze ist das? – Die (Katze) meines Bruders.

Dativ (3. Fall): Wem? Die Katze gehört mir. Wem gehört die Katze? – Mir.

Akkusativobjekte

Wir tauchen noch ein bisschen tiefer in die deutsche Grammatik ein2 und schauen uns den Begriff Akkusativobjekte genauer an.

Objekte stehen meistens im vierten Fall. Objekte sind Satzglieder und es gibt verschiedene Objektarten. Der Grund dafür ist, dass ein Objekt in verschiedenen Kasusformen stehen kann. So gibt es zum Beispiel das Akkusativobjekt, das Dativobjekt oder das Genitivobjekt. In der Regel bestimmt das Verb im Satz, in welchem Fall das Objekt steht. Das Akkusativobjekt wird im Deutschen auch als direktes Objekt bezeichnet. Merke dir also: Ein direktes Objekt steht im Akkusativ. Wir brauchen jetzt ein paar Beispiele, damit du das leichter verstehen kannst:

Ich wasche meine Haare.

„Meine Haare” ist das Akkusativobjekt. Du fragst danach: Was wasche ich? – Meine Haare. „Meine Haare” sind das Akkusativobjekt, da sie „eine Handlung bekommen“ oder „für eine Handlung benutzt werden“. Die Haare selbst tun nichts, sie werden ja gewaschen.

Ich gebe meiner Schwester einen Kuchen.

Und jetzt du: Wo ist das Akkusativobjekt in diesem Satz? Richtig: Was gebe ich meiner Schwester? – Einen Kuchen. Auch hier macht der Kuchen selbst nichts – ich bin es, die den Kuchen meiner Schwester gibt. Nach dem Dativobjekt würdest du hier so fragen: Wem gebe ich einen Kuchen? – Meiner Schwester.

Die Deklination im Akkusativ

Damit du den vierten Fall im der deutschen Grammatik richtig verwendest, musst du den Artikel des Nomens deklinieren. Wenn du deklinierst, dann passt du den Artikel an das Nomen an. Der Artikel richtet sich dann nach dem Kasus (hier Akkusativ), dem Geschlecht (maskulin, feminin, neutral) und der Anzahl (Singular/Plural) des Nomens. Die meisten Nomen haben im Nominativ und Akkusativ denselben Artikel. Bei den Artikeln gibt es nur einen Unterschied, nämlich den Akkusativ im Maskulinum:

Deklination im Nominativ und Akkusativ
Die Deklination im Nominativ und Akkusativ

Du siehst, dass sich im vierten Fall nur der maskuline Artikel im Singular verändert. Nur in dieser Form musst du den Akkusativ vom Nominativ unterscheiden. Alle anderen Artikel bleiben gleich. Wenn also das Nomen weiblich, neutral ist oder im Plural steht, musst du die Artikel im vierten Fall nicht verändern. Beachte auch, dass du keinen Akkusativ Plural für den unbestimmten Artikel bilden kannst.

Verben mit Akkusativ

Viele deutsche Verben nutzen den Akkusativ. Hier sind einige wichtige Verben aus der deutschen Grammatik, die den vierten Fall verlangen:

bestellen, mögen (ich möchte oder ich mag), essen, trinken, bezahlen, mieten, vermieten, lesen, lernen, schreiben, verstehen, wissen, aufmachen, zumachen, brauchen, suchen, finden, kaufen, verkaufen, haben, machen, öffnen, kochen, schneiden, nehmen, einladen, besuchen, kennen, sehen, suchen, tragen, vergessen, kennen

Was bedeutet genau verlangen? Das meint, dass diese Verben ein Satzglied brauchen, das im Akkusativ steht. Schauen wir uns dieses Beispiel an:

Ich mag.

Was soll denn das für ein Satz sein? Hier stimmt etwas mit der Grammatik nicht, oder? “Ich mag” ist kein vollständiger deutscher Satz! Warum? Es fehlt die nötige Ergänzung3 im Akkusativ. Wir erfahren nämlich nicht, wen oder was ich mag:

Ich mag dich. / Ich mag Popcorn. / Ich mag meine Arbeit.

Nicht alle deutschen Verben verlangen natürlich den Akkusativ. Daher solltest du Verben immer mit dem passenden Kasus und im Kontext lernen, also mit einem konkreten Beispiel.

Verben mit dem doppelten Akkusativ

Es gibt wenige Verben, die sogar zwei Akkusativ-Ergänzungen verlangen. Nach diesen Verben stehen zwei Nomen im vierten Fall. Das sind zwei Beispiele:

abfragen:

Der Prüfer fragt mich (wen? 1. Akkusativobjekt) die Vokabeln (was? 2. Akkusativobjekt) ab.

kosten:

Dieser Urlaub hat mich (wen? 1. Akkusativobjekt) 500 Euro (was? 2. Akkusativobjekt) gekostet.

Mehr Beispiele warten übrigens im Artikel „Verben mit Akkusativ” auf dich!

Akkusativ: Präpositionen

Präpositionen haben im Deutschen einen bestimmen Kasus. Die Präposition sagt dir, welchen Kasus du verwenden musst. Nach den Präpositionen für, ohne, um, durch und gegen brauchst du zum Beispiel den Akkusativ:

Ich suche ein Geschenk für meine Freundin. (für + Akk.)

Sie geht nicht ohne dich. (ohne + Akk.)

Das Auto fährt um die Kurve. (um + Akk.)

Wir schwimmen durch das kalte Wasser. (durch + Akk.)

Ich klopfe gegen die Tür, aber niemand macht auf. (gegen + Akk.)

Es ist sehr wichtig, dass du zur Präposition immer den richtigen Kasus dazu lernst. Aber Achtung! Nicht immer sagt dir die Präposition genau, welchen Kasus du nutzen musst. Es gibt nämlich sogenannte Wechselpräpositionen, nach denen entweder der vierte oder der dritte Fall steht. Diese Präpositionen können ihren Kasus wechseln:

Wechselpräpositionen: Akkusativ und Dativ

Das Buch liegt auf dem Tisch. (auf + Dat.)

Er legt das Buch auf den Tisch. (auf + Akk.)

Wie findest du heraus, welchen Fall du nutzen musst? Dativ? Oder Akkusativ? Hier hilft dir folgender Trick: Bekommst du auf die Frage wo? im Satz eine Antwort, dann fordert die Präposition den Dativ. Das Akkusativ-Fragewort ist wohin?:

Lisa steht vor dem Geschäft. Wo steht Lisa? – vor dem Geschäft –> Dat.

Ich stelle die Schuhe vor die Tür. Wohin stelle ich die Schuhe? – vor die Tür -> Akk.

Mit Dativ – Akkusativ – Übungen kannst du zu diesem Thema dein Wissen testen. Hier ist eine kleines Quiz für dich. Versuche, durch die Fragewörter wo? und wohin? den richtigen Fall herauszufinden:

Miriam ist im Urlaub.

Karl fährt in den Urlaub.

Wir machen immer am Meer Ferien.

Wir fahren meistens ans Meer.

Am Ende gibt es die Lösung!

Der Tipp mit den Fragewörtern funktioniert auch bei anderen Wechselpräpositionen wie unter, über, hinter, neben oder zwischen. Lass dich übrigens nicht von den Kurzformen verwirren4. In manchen Fällen wird nämlich die Präposition zur Kurzform verändert: an + dem = am, in + dem = im oder an + das = ans.

Personalpronomen im Akkusativ

Das sind die Personalpronomen im Nominativ, Dativ und Akkusativ:

Nominativ: ich, du, er, es, sie, wir, ihr, sie/Sie

Dativ: mir, dir, ihm, ihm, ihr, uns, euch, ihnen/Ihnen

Akkusativ: mich, dich, ihn, es, sie, uns, euch, sie/Sie

Generell gilt: Es hängt vom Verb oder von der Präposition ab5, welchen Kasus du verwenden musst. Das Verb lernen ist ein Beispiel für Verben mit Akkusativ: Lernen verlangt den vierten Fall:

Die Regeln zu das oder dass? sind nicht schwer. Luisa lernt sie in wenigen Minuten. (die Regeln: sie -> sie)

Der Merksatz ist nicht schwer. Sie lernt ihn auswendig6. (der Merksatz: er -> ihn)

Natürlich gibt es viele weitere Verben mit Akkusativ und festen Präpositionen, die du lernen kannst. Hier ist nur eine kleine Auswahl:

achten auf, ärgern über, einsetzen für, erinnern an, hoffen auf, interessieren für, kümmern um, nachdenken über, vorbereiten auf

Ich bereite mich auf eine telc B2 Prüfung vor.

Kannst du dich an deinen letzten Traum erinnern? Ging es vielleicht um die 4 Fälle im Deutschen? 🙂

Und hier ist die Lösung zur Übung:

Miriam ist im (in dem) Urlaub. Wo ist Miriam? – im Urlaub -> Dativ

Karl fährt in den Urlaub. Wohin fährt Karl? – in den Urlaub -> Akk.

Wir machen immer am (an dem) Meer Ferien. Wo machen wir immer Ferien? – am Meer –> Dativ

Wir fahren meistens ans (an das) Meer. Wohin fahren wir meistens? – ans Meer -> Akk.

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Fragen & Antworten:

Was ist der Akkusativ?

Der Akkusativ ist der 4. Fall im Deutschen. Er wird auch „Wen-Fall“ genannt, weil du das Akkusativobjekt mit der Frage „wen oder was?“ bestimmen kannst.

Was ist ein Akkusativobjekt?

Der Akkusativ ist ein direktes Objekt. Akkusativobjekte “bekommen eine Handlung “ bzw. „werden für eine Handlung benutzt”.

Welche Verben und Präpositionen verlangen den Akkusativ?

Es hängt vom Verb oder von der Präposition ab, ob du den Akkusativ verwenden musst. Lerne sie daher immer mit dem richtigen Kasus! Bei Wechselpräpositionen hilft dir die Frage wo? (Dativ) / wohin? (Akkusativ) weiter!

Wortschatz:

  1. Handlung (die): ein menschliches Tun, Handeln; eine Tat/Aktion, ein Vorgang
  2. eintauchen: sich mit einem Thema genauer beschäftigen
  3. Ergänzung (die): eine Erweiterung
  4. verwirren: verunsichern
  5. von etwas abhängen: eine Rolle für etwas spielen, entscheidend für etwas sein
  6. auswendig: aus dem Gedächtnis abrufen können

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Fabienne

Die deutsche Sprache begeistert mich jeden Tag aufs Neue. Ich bin Dozentin und liebe es zu unterrichten.

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