Was ist ein Präpositionalobjekt?

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Dezember 5

In diesem Artikel beschäftigen wir uns mit den Präpositionalobjekten. Du verwendest sie sicherlich jeden Tag und wahrscheinlich merkst du das gar nicht. So geht es aber nicht nur dir, sondern uns allen. Die Präpositionalobjekte sind ein wichtiger Teil der deutschen Grammatik und sind dazu da, um zusätzliche Informationen an unseren Gesprächspartner zu vermitteln. Dadurch entsteht ein umfangreiches Bild über das Beschriebene und dadurch kann man sich das Geschehen besser vorstellen. Was ein Präpositionalobjekt ist und was es mit einer Präposition zu tun hat, erfährst du genau jetzt!

Was ist ein Präpositionalobjekt?

Fällt dir am Begriff „Präpositionalobjekt“ etwas auf? Ganz genau – dieses Wort ist kein einfaches, sondern ein zusammengesetztes Wort, das aus zwei Nomen besteht – Präposition und Objekt. Lass uns doch zunächst klären, was diese Wörter überhaupt bedeuten, bevor wir mit der Definition von „Präpositionalobjekt“ weitermachen.

Eine Präposition ist ein kurzes und unveränderbares Wort, das Beziehungen zwischen den anderen Worten eines Satzes angibt und ihr Verhältnis zueinander bestimmt. Zum Beispiel: Die Tasche liegt auf dem Tisch. Die Präposition „auf“ zeigt das Verhältnis zwischen den Gegenständen „Tasche“ und „Tisch“ auf 1– die Tasche befindet sich nämlich genau auf dem Tisch. Und was ist ein Objekt? Darunter versteht man eine Satzergänzung. Das bedeutet, mit Hilfe von Objekten können wir zusätzliche Informationen darstellen. Im Deutschen gibt es verschiedene Objektarten und das Präpositionalobjekt ist eines davon.

Nun zur Definition – was sind Präpositionalobjekte? Wenn wir die oben geschilderten Informationen zusammenbringen, dann ergibt sich folgende Definition: Präpositionalobjekte sind Satzergänzungen, die mit Präpositionen eingeführt werden. Ja, so einfach ist das. Hier ist ein Beispiel: Das Auto, nach dem wir gesucht haben, ist jetzt kaputt. „Nach dem wir gesucht haben“ ist eine zusätzliche Information über das Auto – es war nicht nur irgendein Auto, sondern das, nach dem gesucht wurde. Und diese Zusatzinformation wird mit der Präposition „nach“ eingeführt. Also ist dieser Satzteil ein Präpositionalobjekt.

Ein Präpositionalobjekt kann sowohl ein Nebensatz sein als auch ein Teil eines Haupt- oder Nebensatzes: Ich weiß nicht, was ich von deinem Verhalten halten soll. „Von deinem Verhalten“ ist in diesem Fall ein Präpositionalobjekt und ist ein Teil eines Nebensatzes.

was ist ein präpositionalobjekt

Präpositionalobjekte lassen sich wie auch andere Objekte erfragen. Die Präpositionalobjekt-Frage setzt sich immer aus einer Präposition und einem Fragewort zusammen. Hier sind ein paar Beispiele: Worauf? Wofür? Worin? An wen? Mit wem?

Unterschied: adverbiale Bestimmung und Präpositionalobjekt

Nicht selten werden adverbiale Bestimmungen mit Präpositionalobjekten verwechselt. Der Grund dafür ist, dass eine adverbiale Bestimmung wie auch ein Präpositionalobjekt oft mit einer Präposition gebildet wird. Lass uns erstmal klären, was eine adverbiale Bestimmung überhaupt ist. Darunter versteht man ein Satzglied beziehungsweise einen Informationsträger, der Auskünfte über die Art und Weise, den Zeitpunkt, den Ort oder den Grund, warum etwas gemacht wird, gibt. Ein Beispiel: Lina fährt mit dem Fahrrad zur Schule. „Mit dem Fahrrad“ ist die adverbiale Bestimmung der Art und Weise (Wie fährt Lina zur Schule?) und „zur Schule“ ist die adverbiale Bestimmung des Ortes (Wohin fährt Lina?). Wie du siehst, beide adverbialen Bestimmungen besitzen die Präpositionen „mit“ und „zu“. Man kann also schnell denken, dass diese Satzglieder Präpositionalobjekte sind, weil sie ja Präpositionen enthalten2.

1.Ersetzbarkeit der Präpositionen

Damit die beiden wichtigen Begriffe der deutschen Grammatik schnell erkannt und auseinandergehalten werden können, gibt es einen wichtigen Unterschied, den du dir merken sollst: Präpositionen bei einer adverbialen Bestimmung können ausgetauscht werden, ohne dass sich der Sinn des Satzes verändert. Lass uns das an unserem Beispielsatz von oben überprüfen: Lina fährt mit dem Fahrrad zur Schule – Lina fährt mit dem Fahrrad in die Schule. In diesem Satz konnten wir die Präposition „zu“ durch „in“ ersetzen und der Sinn der Aussage hat sich nicht verändert – Lina befindet sich immer noch auf dem Weg zur/in die Schule.

Bei einem Präpositionalobjekt ist es unmöglich, Präpositionen zu ersetzen und den Sinn des Gesagten beizubehalten: Die Gehaltserhöhung, auf die ich so lange gehofft habe, habe ich nicht bekommen. In diesem Satz ist das Präpositionalobjekt „auf die ich so lange gehofft habe“, weil man die Präposition „auf“ durch keine andere Präposition ersetzen kann: Die Gehaltserhöhung, über die ich so lange gehofft habe, habe ich nicht bekommen, wäre zum Beispiel falsch. Und schon kommen wir zum nächsten Unterscheidungsmerkmal.

2.Verben mit festen Präpositionen

Dieses Kriterium hat gewisse Ähnlichkeiten mit dem ersten, oben beschriebenen Unterscheidungsmerkmal. Ein Präpositionalobjekt kann man auch ganz schnell daran erkennen, dass es zusammen mit einem Verb verwendet wird, das eine feste Präposition besitzt. Bei einer adverbialen Bestimmung ist das nicht der Fall – sie kann mit jeder beliebigen Präposition verwendet werden. Die schlechte Nachricht ist dabei, dass es eine gefühlt unendlich lange Liste mit Verben und ihren festen Präpositionen gibt, die man sich merken muss. Hier sind ein paar Beispiele:

  • Mein Chef war unzufrieden, weil ich für meine Rechte gekämpft habe. (Verb-Präposition-Verbindung: kämpfen für)
  • Ich habe mich über deine lieben Worte sehr doll gefreut! (Verb-Präposition-Verbindung: sich freuen über)
  • Ich habe meiner Mutter versprochen, über meine Zukunftspläne nachzudenken. (Verb-Präposition-Verbindung: nachdenken über)

Hier sind noch mehr feste Verb-Präposition-Verbindungen: sich schützen vor, sich freuen auf, sich treffen mit, warten auf, sich wenden an, leiden an/unter, gehen um,

3. Präpositionalobjekt erfragen

Es gibt noch eine Möglichkeit, ein Präpositionalobjekt schnell zu erkennen und es von einer adverbialen Bestimmung zu unterscheiden. Wenn du einen Satzteil mit einem Fragewort erfragen kannst, in dem eine Präposition vorkommt, dann kannst du dir ziemlich sicher sein, dass dir ein Präpositionalobjekt vorliegt. „Ich warte auf den Zug, der sich verspätet“ – wie kannst du hier den Satzteil „Ich warte auf den Zug“ erfragen? Richtig – mithilfe des Fragewortes „worauf“: Worauf warte ich? Auf den Zug. Im Fragewort kommt die Präposition „auf“ vor – das ist ein Hinweis darauf, dass es sich um ein Präpositionalobjekt handelt.

Nun lass uns herausfinden, wie es sich mit einer adverbialen Bestimmung verhält. „Ich warte im Haus meiner Oma“ – wie kann man „bei meiner Oma“ erfragen? Ganz genau, mit der Frage „Wo warte ich?“. Das Fragewort „Wo?“ enthält dabei keine Präposition. Man kann also davon ausgehen, dass vor uns eine adverbiale Bestimmung ist.

Präpositionalobjekt vs. adverbiale Bestimmung

Kann man die Präposition ersetzen, ohne dass sich der Sinn des Satzes verändert?

  • JA: adverbiale Bestimmung; NEIN: Präpositionalobjekt

Handelt es sich um ein Verb mit einer festen Präposition?

  • JA: Präpositionalobjekt; NEIN: adverbiale Bestimmung

Kommt im Fragewort, mit dem ein Satzteil erfragt wird, eine Präposition vor?

  • JA: Präpositionalobjekt; NEIN: adverbiale Bestimmung

Nebensatz als Präpositionalobjekt

Bis jetzt hast du viel Neues darüber erfahren, was ein Präpositionalobjekt ist und wie man es schnell erkennt. Es gibt aber noch eine Sache, die bei diesem Thema auf jeden Fall beachtet werden muss. Manchmal verstecken sich die Präpositionalobjekte, sodass man sie nicht direkt erkennt. Warum? Weil sie ohne eine Präposition verwendet werden. Damit hast du jetzt sicherlich nicht gerechnet! Lass und das genauer anschauen.

Manchmal kann ein Präpositionalobjekt in Form eines Nebensatzes auftreten, in dem keine Präposition vorhanden ist. Wie kann man dann erkennen, dass das ein Präpositionalobjekt ist? Eigentlich ziemlich einfach: Wenn man diesen Nebensatz erfragt und in der Frage eine Präposition vorkommt, dann handelt es sich definitiv um ein Präpositionalobjekt. Ein paar Beispiele dazu:

  • Er ist überzeugt, dass er die Prüfung schaffen kann. (Wovon ist er überzeugt? Dass er die Prüfung schaffen kann – in der Frage kommt die Präposition „von“ vor, das bedeutet, dass der Nebensatz „dass er die Prüfung schaffen kann“ ein Präpositionalobjekt ist.)
  • Steffi glaubt, dass ihre Tochter eine Ärztin wird. (Woran glaubt Steffi? Dass ihre Tochter eine Ärztin wird – in den beiden Fragemöglichkeiten kommt die Präposition „an“ vor, das deutet auf jeden Fall darauf hin, dass der Nebensatz ein Präpositionalobjekt ist.

Die Präposition in solchen Sätzen fällt jedoch nicht immer weg. Oft wird sie durch ein Pronominaladverb im Hauptsatz ersetzt. Hört sich kompliziert an? Ist es aber nicht. So würden unsere Beispielsätze von oben mit einem Pronominaladverb im Hauptsatz aussehen:

  • Er ist davon überzeugt, dass er die Prüfung schaffen kann. (Pronominaladverb „davon“)
  • Steffi glaubt daran, dass ihre Tochter eine Ärztin wird. (Pronominaladverb „daran“)

Ein Pronominaladverb wird beim Präpositionalobjekt also aus einem „da“ und einer Präposition zusammengesetzt. Tritt also so ein Wort im Hauptsatz auf, so ist der Nebensatz ein Präpositionalobjekt.

Präpositionales Objekt: Übungen

Hast du Lust auf eine kleine Übung, um das Gelernte zu trainieren und zu verinnerlichen? Dann kannst du das genau jetzt machen! Achtung: Die Lösung findest du direkt im Anschluss an die Übung.

Aufgabe: Bestimme das Präpositionalobjekt!

  • Die Schüler erkundigen sich nach ihren Noten.
  • Sie hat Angst, dass sie ihre beste Freundin verliert.
  • Meryem hat sich über ihren Abschluss sehr gefreut.
  • Luis meinte, er hätte sich mit einer berühmten Person getroffen.
  • Wir haben gehofft, dass wir drei Eintrittskarten bekommen könnten.
  • Du erkennst meinen Mann daran, dass er sehr groß ist.

Lösung:

  • Die Schüler erkundigen sich nach ihren Noten.
  • Sie hat Angst, dass sie ihre beste Freundin verliert. (Wovor hat sie Angst? Der Nebensatz ist hier das Präpositionalobjekt)
  • Meryem hat sich über ihren Abschluss sehr gefreut.
  • Luis meinte, er hätte sich mit einer berühmten Person getroffen.
  • Wir haben gehofft, dass wir drei Eintrittskarten bekommen könnten. (Worauf haben wir gehofft? Der Nebensatz ist hier das Präpositionalobjekt)
  • Du erkennst meinen Mann daran, dass er sehr groß ist. (Pronominaladverb „daran“ deutet darauf hin, dass der Nebensatz das Präpositionalobjekt ist)

Nun hast du viel über die Präpositionalobjekte gelernt und kennst dich mit diesem Thema wie ein Profi aus! Wer weiß, vielleicht kannst du sogar dieses Thema deinen Freunden, die gerade Deutsch lernen, beibringen. Hast du doch noch Fragen oder ist dir etwas unklar geblieben? Dann schreibe gerne einen Kommentar und Marias Team wird versuchen, dir zu helfen!

Fragen & Antworten:

Was ist ein Präpositionalobjekt?

Präpositionalobjekte sind Satzergänzungen, die mit Präpositionen eingeführt werden

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Wortschatz:

  1. aufzeigen: zeigen
  2. enthalten: etwas aufweisen oder haben

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Artikel von:

Aleksandra

Hinter dem Polarkreis aufgewachsen und Lehrerin aus Leidenschaft. Ich liebe Deutsch und die Berge!

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