Konjugation in der deutschen Sprache

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Februar 2

Ohne Konjugation könnten in unserer Kommunikation einige Missverständnisse entstehen. Außerdem kann man ohne sie keine grammatisch korrekten Sätze bilden. Deshalb ist die Konjugation quasi1 der Kern der deutschen Grammatik – ohne sie funktioniert keine vernünftige und verständliche Kommunikation. Was ist Konjugation? Genau dieser Frage gehen wir in diesem Artikel nach.

Was bedeutet „Konjugation“?

Die Konjugation sorgt dafür, dass wir die Informationen grammatisch korrekt und dementsprechend verständlich vermitteln. Was versteht man unter dem Wort „Konjugation“ genau? Dir ist sicherlich bekannt, dass im Deutschen sowohl Nomen und Adjektive als auch Verben verändert werden können. Die Veränderung der Nomen und Adjektive nennt man „Deklination“. Die Veränderung der Grundform eines Verbs heißt „Konjugation“. Darunter versteht man also eine Wortveränderung, die an einem Verb vorgenommen wird.

Durch die Verbkonjugation können wir Informationen darüber vermitteln, um wie viele Personen es geht, wann etwas passierte, wer und auf welche Art und Weise etwas getan hat. Mit anderen Worten: Mit den Konjugationen drücken wir folgende Eigenschaften eines Verbs aus: Person, Numerus, Tempus, Modus und Genus Verbi. Diese Merkmale werden auch als „grammatische Kategorien“ bezeichnet. Lass uns diese Begriffe genauer besprechen.

Grammatische Kategorien der Verbkonjugation

Fangen wir mit der Person, dem Numerus und den Tempusformen an. In der deutschen Grammatik gibt es 3 Personen (1., 2., 3. Person) und 2 Numeri (Singular und Plural). Man kann Verben abhängig davon verändern, in welcher Person gesprochen wird und wie die Anzahl von etwas ist. Als Beispiel kannst du dir diese Konjugationstabelle anschauen:

Singular (Einzahl)Plural (Mehrzahl)
1. Personich lesewir lesen
2. Persondu liestihr lest
3. Person er/sie/es liest sie/Sie lesen

Außerdem kann man die Verben im Deutschen je nach Tempusform verändern. Dasselbe Verb wird im Präsens ganz anders geschrieben als zum Beispiel im Präteritum oder im Perfekt:

  • ich gehe (Präsens) – ich ging (Präteritum); ich bin gegangen (Perfekt)
  • ihr malt (Präsens) – ihr maltet (Präteritum); ihr habt gemalt (Perfekt)

Ist dir in diesen Beispielen etwas aufgefallen? Die Konjugation der Verben kann nicht nur nach Tempus erfolgen, sondern auch nach Person und Numerus: Ich gehe/ging/bin gegangen (1. Person, Singular, Präsens/Präteritum/Perfekt); ihr malt/maltet/habt gemalt (2. Person, Plural, Präsens/Präteritum/Perfekt).

Konjugation: Modus & Genus Verbi

Beim Modus geht es um die Art einer Aussage. Es gibt 3 Modi, oder anders ausgedrückt, 3 Arten einer Aussage: Sie kann real, ein Wunsch oder eine Aufforderung sein. Dafür gibt es auch Fachwörter, von denen du bestimmt schon mal gehört hast:

  • Indikativ (reale Aussage, Tatsache): Ich schlafe gut.
  • Konjunktiv (Wunsch, Möglichkeit): Mein Vater sagt, er schlafe nicht gut (Konjunktiv I); Ich schliefe gut, wenn das Fenster zu wäre (Konjunktiv II).
  • Imperativ (Aufforderung, Befehl): Schlaf jetzt!

Nun kommen wir zum Genus Verbi. Diese Bezeichnung stammt aus dem Lateinischen und bedeutet so viel wie „die Art einer Aktion oder einer Handlung“. Hört sich kompliziert an? Keine Sorge: Ich bin mir ziemlich sicher, dass du von diesem Thema bereits gehört hast und diese grammatische Kategorie sogar beim Sprechen und Schreiben umsetzt. Denn in der deutschen Grammatik gibt es 2 Genera Verbi: Aktiv und Passiv.

  • Aktiv: Ich repariere mein Auto. (Die Betonung liegt auf dem Handelnden)
  • Passiv: Das Auto wird repariert. (Die Betonung liegt auf der Handlung)

Bei der Verbkonjugation werden alle grammatischen Kategorien eines Verbs gleichzeitig ausgedrückt:

  • Ich repariere mein Auto (1. Person, Singular, Präsens, Indikativ, Aktiv)
  • Das Auto wird von mir repariert (3. Person, Singular, Präsens, Indikativ, Passiv)

Verben richtig konjugieren

Wie konjugiert man Verben im Deutschen? Was genau muss man am Wort verändern? Genau diese Fragen wollen wir in diesem Abschnitt beantworten. Wie man ein Verb konjugieren beziehungsweise verändern soll, hängt nicht nur von den grammatischen Kategorien ab, sondern auch von der Verbart. Es gibt 3 Verbarten im Deutschen: regelmäßige, unregelmäßige und gemischte Verben. Dementsprechend gibt es 3 verschiedene Konjugationsarten.

Konjugation der regelmäßigen Verben

Was sind regelmäßige Verben? Bei den regelmäßigen (schwachen) Verben handelt es sich um Verben, deren Stammvokal bei der Konjugation unverändert bleibt. Diese Konjugationsart ist einfach und sprachökonomisch2, weil an der Verbform nicht viel verändert wird. Dabei gelten 2 Regeln:

1. Egal, ob du ein regelmäßiges Verb im Präsens, Präteritum oder Perfekt konjugierst – der Stammvokal bleibt unverändert:

  • ich spiele – du spielst – wir spielen
  • ich sage (Präsens) – ich sagte (Präteritum) – ich habe gesagt (Partizip II): Der Stammvokal a bleibt in allen drei Zeitformen unverändert.

2. Im Präteritum und im Partizip II (Perfekt, Plusquamperfekt, Futur II) wird das Morphem4 -t- hinzugefügt:

  • Präteritum: ich kochte, du kochtest, wir kochten
  • Partizip II: gekocht

Achtung: Die Endung der regelmäßigen Verben hängt von der Person und dem Numerus einer Aussage ab!

  • ich lobe (1. Person, Singular) – du lobst (2. Person, Singular) – wir loben (1. Person, Plural)

Konjugation der unregelmäßigen Verben

Wie du siehst, kann man ganz einfach regelmäßige Verben konjugieren. Die Konjugation von unregelmäßigen (starken) Verben ist hingegen ein bisschen komplizierter. Die wichtigste Eigenschaft solcher Verben besteht darin, dass es im Gegensatz zu den regelmäßigen Verben eine Veränderung des Stammvokals gibt.

  • ich gebe – er gibt – ihr gebt: Der Stammvokal e verändert sich in der 3. Person, Singular zu i.
  • ich lese – ich las – ich habe gelesen: Der Stammvokal e in der 1. Person, Singular wird im Präteritum zu a und im Perfekt zu e.

Leider gibt es hierfür keine Regel, nach der der Stammvokal verändert wird. Daher kommt auch die Bezeichnung „unregelmäßig“: Die Verben werden nicht nach einer Regel verändert.

Die 2. wichtige Eigenschaft von unregelmäßigen ist die Endung -en, die im Partizip II angehängt wird:

  • gebunden; getragen; gelaufen

Da die unregelmäßigen Verben nicht nach einer Regel verändert werden, müssen sie auswendig gelernt werden. Aber es gibt auch gute Nachrichten: Die meisten Verben im Deutschen sind regelmäßig. Das bedeutet, die einfachere Verbkonjugation verwenden wir viel häufiger als die anspruchsvollere Konjugation der unregelmäßigen Verben.

wie konjugiert man

Konjugation der gemischten Verben

Nun kommen wir zur 3. Art – zu den gemischten Verben. Woher kommt die Bezeichnung „gemischte Verben?“ Die Antwort liegt auf der Hand3: Die Konjugation solcher Verben setzt sich aus der Konjugation sowohl regelmäßiger als auch unregelmäßiger Verben zusammen. Die beiden Konjugationsarten werden also bei den gemischten Verben gleichzeitig angewendet. Und so werden sie konjugiert:

Im Präteritum und im Perfekt verändert sich der Stammvokal wie bei unregelmäßigen Verben und wie bei regelmäßigen Verben wird in den beiden Zeitformen die Endung -t(e) hinzugefügt:

  • ich nenne – ich nannte – ich habe genannt
  • ich denke – ich dachte – ich habe gedacht

Achtung, im Präsens treten gemischte Verben nicht auf!

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Platzt gerade dein Kopf 5 von den vielen Informationen? Ich kann dich beruhigen: Im Deutschen gibt es gar nicht so viele gemischte Verben. Sie kannst du also ganz leicht und schnell lernen. Hier ist die Liste der gemischten Verben:

  • brennen – brannte – gebrannt
  • bringen – brauchte – gebracht
  • denken – dachte – gedacht
  • kennen – kannte – gekannt
  • nennen – nannte – genannt
  • rennen – rannte – gerannt
  • wissen – wusste – gewusst

Konjugation – Übung

Bist du bereit, das Gelernte praktisch umzusetzen? Dann sind diese Übungen genau das Richtige für dich! Im Internet findest du ganz viele Listen mit gemischten, regelmäßigen und unregelmäßigen Verben. Diese kannst du bei der Übung gerne nutzen. Los geht’s!

Übung 1: Konjugiere die in den Klammern stehenden Verben richtig.

  1. Lina (kommen) aus Peru.
  2. Ich habe das Brot (schneiden).
  3. Luisa (spielen) jeden Tag Klavier.
  4. Meine Freundin und ihre Schwester haben Weihnachtsgeschenke (kaufen).
  5. Früher (kann) ich länger joggen.

Übung 2: Lust auf ein Quiz? Perfekt! Schreibe auf den Kärtchen folgende Fragen auf und versuche sie zu beantworten. Eine weitere Möglichkeit: Schreibe die Antworten auf der Rückseite bereits vorm Spielen auf. So kannst du sie dir besser merken und die Quiz-Kärtchen kannst du dann später fürs Üben nutzen. Hier sind die Fragen:

  1. Was bedeutet das Wort „Konjugation“?
  2. Wie unterscheidet sich eine Konjugation von einer Deklination?
  3. Welche Informationen erhalten wir durch die Konjugation?
  4. Was zeichnet die regelmäßige Konjugation aus?
  5. Was zeichnet die unregelmäßige Konjugation aus?
  6. Wie viele Verben im Deutschen werden gemischt konjugiert?

Lösungen

Übung 1: Verben konjugieren

  1. Lina kommt aus Peru.
  2. Ich habe das Brot geschnitten.
  3. Luisa spielt jeden Tag Klavier.
  4. Meine Freundin und ihre Schwester haben Weihnachtsgeschenke gekauft.
  5. Früher konnte ich länger joggen.

Übung 2: Quiz

  1. Unter „Konjugation“ versteht man eine Veränderung der Grundform eines Verbs.
  2. Konjugation betrifft nur Verben, Deklination nur Nomen und Adjektive.
  3. Durch die Konjugation können wir Informationen über Person, Numerus, Tempus, Modus und Genus Verbi erhalten.
  4. Der Stammvokal bleibt unverändert, die Endung -t(e) wird im Präteritum und im Partizip II hinzugefügt.
  5. Der Stammvokal verändert sich, teilweise andere Endung im Präteritum und Partizip II.
  6. 7 Verben.

Fragen & Antworten:

Was bedeutet „Konjugation“?

Konjugation ist eine Veränderung der Grundform eines Verbs.

Wie werden Verben konjugiert?

Abhängig davon, ob ein Verb regelmäßig, unregelmäßig oder gemischt ist, werden Verben unterschiedlich konjugiert.

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Wortschatz:

  1. quasi: fast
  2. sprachökonomisch: sprachlich nicht aufwendig
  3. Die Antwort liegt auf der Hand: Die Antwort auf eine Frage ist klar
  4. Morphem (das): Teil eines Wortes
  5. Wenn einem der Kopf platzt: wenn man von vielen Informationen überfordert ist

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Artikel von:

Aleksandra

Hinter dem Polarkreis aufgewachsen und Lehrerin aus Leidenschaft. Ich liebe Deutsch und die Berge!

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