„Sein“ – ich bin, du bist

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Februar 2

Kannst du dich noch daran erinnern, wie du angefangen hast Deutsch zu lernen? Was konntest du schon früh sagen und verstehen? Lass mich raten: Schon zu Beginn des Deutschlernens konntest du bestimmt deinen Namen und dein Alter nennen. Zum Beispiel: Ich bin/du bist 17 Jahre alt. Um solche Sätze zu formulieren, muss man ein besonderes Wort benutzen – das Verb „sein“. Genau darum geht es in diesem Artikel – um das Verb „sein“.

Ich bin, du bist: „sein“ konjugieren

Das Verb „sein“ ist der Kern der deutschen Grammatik und der wichtigste Bestandteil1 der deutschen Sprache. Denn mit seiner Hilfe können wir grammatisch korrekte Sätze formulieren. Denk mal an Englisch: In dieser Sprache gibt es auch das Verb „sein“, nämlich das Verb „to be“.

Im Deutschen ermöglicht uns dieses Verb, Sätze in einem bestimmten Tempus oder Modus zu bilden. Was ein Tempus ist, ist dir sicherlich bekannt. Aber was bedeutet das Wort „Modus“?

Zu Erinnerung: Modus ist die Art einer Aussage. Wenn ein Ereignis bereits stattgefunden hat oder wenn es um Fakten geht, dann handelt es sich um eine reale Aussage. Es kann aber auch Ereignisse geben, die (noch) nicht passierten oder die erwünscht sind. In diesem Fall haben wir es mit irrealen Aussagen zu tun. Und genau das macht den Modus eines Satzes beziehungsweise einer Aussage aus.

Das Verb „sein“ kann als Hilfsverb oder als Vollverb auftreten. Dazu erfährst du später mehr. Zunächst müssen wir uns anschauen, wie dieses Verb konjugiert wird. Denn seine Form verändert sich abhängig davon, in welchem Tempus oder Modus eine Aussage steht. Beginnen wir mal mit der einfachen Konjugation im Präsens und im Präteritum:

PräsensPräteritum
ichbinwar
dubistwarst
er/sie/esistwar
wirsindwaren
ihrseidwart
sie/Siesindwaren

Für die zusammengesetzten Zeitformen wie Perfekt, Plusquamperfekt und Futur II gilt die Partizip-II-Form „gewesen“. Im Futur I bleibt die Verbform unverändert:

  • Perfekt: Ich bin/du bist in der Halle gewesen.
  • Plusquamperfekt: Ich war in diesem Shoppingcenter vor 3 Wochen gewesen.
  • Futur I: Ich werde beim Spielefest dabei sein.
  • Futur II: In drei Wochen werde ich bei meinem Chef gewesen sein.

Das Verb „sein“ ist ein unregelmäßiges Verb. Das bedeutet, das verändert sich nicht nach bestimmten Mustern und seine Konjugationsformen müssen auswendig gelernt werden.

„sein“ (ich bin, du bist) als Hilfsverb

Oben wurde bereits erwähnt, dass das Verb „sein“ sowohl ein Hilfsverb als auch ein Vollverb sein kann. Was ist ein Hilfsverb? Im Deutschen gibt es 2 Hilfsverben: haben und sein. Ein Hilfsverb ist dazu da, zusammen mit einem weiteren Verb einige Tempusformen zu bilden.

Ein paar Beispiele dazu:

  • Ich bin/du bist/er, sie, es ist in den Bergen gewandert.
  • Ich bin gestern nach Australien geflogen.
  • Wir sind weggefahren.

„Sein“ wird vor allem für die Bildung der Tempusformen „Perfekt“ und „Plusquamperfekt“ benötigt. Da diese Zeitformen meistens mit dem Hilfsverb „haben“ gebildet werden, wird das Hilfsverb „sein“ nur in der Kombination mit Verben verwendet, die eine Bewegung oder eine Zustandsveränderung beschreiben. Dabei wird das Hilfsverb sein im Perfekt wie in der Zeitform Präsens konjugiert (ich bin, du bist, er ist, …) und im Plusquamperfekt verwenden wir seine Präteritum-Form „war“:

  • Perfekt:
    • Ich bin schnell gefahren. (Bewegung)
    • Lina ist schnell gewachsen. (Zustandsveränderung)
  • Plusquamperfekt:
    • Ich war schnell gefahren.
    • Lina war schnell gewachsen.

Die Verben „sein“, „werden“ und „bleiben“ benötigen ebenfalls das Hilfsverb „sein“:

  • Ich bin bei meiner Oma geblieben.
  • Ich bin 6 Jahre alt geworden.
  • Wir sind im Schwimmbad gewesen.

Hier sind weitere Beispiele für Verben, die im Perfekt mit dem Hilfsverb „sein“ verwendet werden: einschlafen, gehen, schwimmen, aufwachen, tanzen, fließen, verhärten2, verschwinden und so weiter.

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„Sein“ (ich bin, du bist) als Vollverb

Woran erkennt man, dass dieses Verb als Vollverb auftritt? Ganz einfach: Dafür muss „sein“ als einziges Verb in einem Satz stehen. Als Vollverb erfüllt „sein“ verschiedene Funktionen. Hier siehst du diese Funktionen und ein paar Beispiele dazu:

  1. Zur Benennung der Lebewesen oder Dingen (Name, Beruf und so weiter):
    • Er ist Niko
    • Ich bin/du bist Verkäufer
    • Mina ist eine Katze
    • Nina war meine Freundin
  2. In Verbindung mit Adjektiven:
    • Ich bin/du bist schön
    • Unsere Familie ist groß
    • Ich bin/du bist großartig
    • Das Mädchen war sehr schön
  3. Bei Alter-, Datum- und Uhrzeitangaben
    • Luisa ist 12 Jahre alt
    • Morgen ist der 5. Februar
    • Es ist 5 Uhr morgens
    • Gestern war der 15. Januar

Fallen dir ein paar Beispielsätze mit „sein“ als Hilfs- oder Vollverb ein? Dann schreibe sie gerne in die Kommentare. Wir sind ganz gespannt!

Fragen & Antworten:

Was bedeutet das Wort „sein“?

„Sein“ ist ein Hilfsverb. Mit diesem Verb können verschiedene Zeitformen gebildet werden (Präsens, Perfekt, Plusquamperfekt und so weiter).

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Wortschatz:

  1. Bestandteil (der): ein Teil von etwas
  2. verhärten: hart werden

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Artikel von:

Aleksandra

Hinter dem Polarkreis aufgewachsen und Lehrerin aus Leidenschaft. Ich liebe Deutsch und die Berge!

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