Transitive Verben

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Juli 25

Woran erkennst du transitive Verben im Deutschen und wie verwendest du sie? Wir schauen uns diese besonderen Verben genauer an! Du lernst in diesem Artikel nicht nur transitive Verben kennen, sondern auch, wie du sie von intransitiven Verben unterscheiden kannst. Du wirst sehen, dass die deutsche Grammatik nicht immer so kompliziert ist, wie sie auf den ersten Blick aussieht!

Was sind transitive Verben?

Zuerst schauen wir uns den Begriff „Transitivität“ genauer an. Was meint Transitivität? Eine sogenannte Transitivität ist eine grammatische Eigenschaft bestimmter Verben. Gut, so wirklich viel können wir uns darunter erstmal nicht vorstellen. Wir müssen also ein bisschen konkreter werden! Es geht nun um bestimmte Verben, genauer gesagt, um transitive Verben.

Transitiv ist das Adjektiv zum Nomen Transitivität. Und das ist der erste wichtige Punkt: Transitive Verben sind Verben, die ein Akkusativobjekt brauchen. Was ist ein Akkusativobjekt? Du weißt bestimmt schon, dass die deutsche Grammatik insgesamt 4 Fälle hat. Neben dem Akkusativ (4. Fall) gibt es noch den Nominativ (1. Fall), den Genitiv (2. Fall) und den Dativ (3. Fall). Fragen kannst du nach dem Akkusativ im Deutschen mit „wen oder was?“. Daher heißt der Akkusativ manchmal auch „Wen-Fall“:

Beispiel: Fragen nach dem Akkusativ

Ich höre mein Lieblingslied. (Was höre ich? – Mein Lieblingslied)

Mariella kritisiert ihre Freundin. (Wen kritisiert Mariella? – Ihre Freundin)

Halten wir fest1: Transitive Verben verbinden sich in einem deutschen Satz mit einem Subjekt und einem Akkusativobjekt. Das Subjekt ist meistens eine handelnde Person oder jemand, der etwas fühlt oder wahrnimmt. Akkusativobjekte „bekommen“ eine Handlung, sie werden also für eine Handlung genutzt. So ist im Satz Ich male ein Bild das Subjekt ich, da ich in diesem Moment etwas male. Ein Bild ist das Akkusativobjekt, das eine Handlung bekommt, also gemalt wird. Das Bild selbst macht nichts, es lässt sich von mir malen.

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Transitive Verben – eine praktische Übersicht

Das sind einige transitive Verben, die den Akkusativ fordern2: etw. unterschreiben, essen, bauen, erfahren, jmdn./etw. retten, malen, beschreiben, jmdn./etw. beobachten, kritisieren, bedauern, sehen, hören, fühlen, verlassen, zerstören, etw. behaupten, schließen oder etw. bewirken. Bei Verben, die Gefühle beschreiben, bekommt die fühlende Person die Rolle des Akkusativobjekts: Liebesfilme interessieren Boris nicht und sein Verhalten ärgert Lisa.

Beispiel: Reflexive Varianten

Einige dieser transitiven Verben gibt es auch als Varianten von reflexiven Verben:

Ich interessiere mich nicht für Liebesfilme.

Lisa ärgerte sich über sein Verhalten.

Transitive Verben: Passiv bilden

Transitive Verben kannst du laut Duden auch ins Passiv setzen, genauer gesagt ins Vorgangspassiv. Das Vorgangspassiv gilt dabei auch als „werden-Passiv“. Das sind die Formen des Passivs mit dem transitiven Verb malen:

Du siehst, dass beim Übergang vom Aktivsatz Ich male das Bild das Akkusativobjekt das Bild zum Subjekt im Passivsatz wird. Diese Form des Passivs wird auch als „persönliches Passiv” bezeichnet, da eine betroffene3 Person oder Sache angegeben wird. Merke dir: Transitive Verben benötigen immer ein Akkusativobjekt, das dann im Passivsatz zum Subjekt wird! Im Aktivsatz bilden transitive Verben übrigens die Formen des Perfekts, Plusquamperfekts und Futurs 2 mit dem Hilfsverb haben:

  • Perfekt: Ich habe mein Lieblingslied gehört.
  • Plusquamperfekt: Er hatte mein Lieblingslied gehört.
  • Futur 2: Ich werde mein Lieblingslied gehört haben.

Was sind transitive und intransitive Verben?

Kennst du den Unterschied der Begriffe „transitiv – intransitiv“? Das ist leicht erklärt. Der Unterschied von „transitiv – intransitiv“ liegt vor allem in der Verwendung des Akkusativs. Du weißt, dass transitive Verben den Akkusativ brauchen. Intransitive Verben stehen im deutschen Satz ohne Akkusativ! Sie brauchen kein Akkusativobjekt: Martina hilft ihrer Schwester und die Blume verblüht. Das sind weitere Verbbeispiele: lachen, weinen, wandern, denken, trauern4, sterben, fallen, liegen, stehen, schlafen, zittern, altern5, irren6, aufstehen, untergehen, umfallen, existieren oder entstehen.

Andere intransitive Verben fordern eine Ergänzung, wie zum Beispiel eine Adverbialergänzung: Lisa wohnt in München (Wo?) und fährt gerne in die Berge (Wohin?). Oder es wird ein Präpositionalobjekt nötig: Diese Nachricht beruht auf7 einem Missverständnis und ich bestehe auf8 eine Antwort.

Die intransitiven Verben kannst du nicht in das persönliche Passiv setzen, da das Akkusativobjekt fehlt. Intransitive Verben bilden also entweder ein subjektloses Vorgangspassiv: Sie half dem Kind = Dem Kind wird geholfen oder gar kein Vorgangspassiv. Es ist auch nicht möglich, alle intransitiven Verben ins Passiv zu setzen. Dazu gehören Verben wie blühen, dauern oder gehören. Intransitive Verben haben im Gegensatz zu den transitiven Verben auch keine einheitliche Bildung der zusammengesetzten Vergangenheitsformen mit „sein“ und „haben“.

Transitive Verben: Deutsch sprechen wie ein Profi!

Einige Verben können je nach Bedeutung transitiv oder intransitiv sein. Der Satz Ein Schiff fährt auf dem Meer entlang bedeutet, dass sich das Schiff fortbewegt. Das Verb nutzt du hier intransitiv. Wenn du sagst Das Schiff fährt Passagiere nach Schweden, dann transportiert das Schiff einige Passagieren nach Schweden. Hier verwendest du das Verb transitiv. Ein anderes Beispiel ist das Verb aufbrechen: Wir waren heute sehr früh in die Berge aufgebrochen. Das bedeutet, dass wir heute sehr früh aufgestanden und aus dem Haus gegangen sind (intransitiv). Wenn du sagst Die Einbrecher 9haben das Schloss ohne Probleme aufgebrochen, dann meint das, dass die Einbrecher ein Türschloss unerlaubt10 geknackt oder geöffnet haben (transitiv).

Du siehst, einige Verben kannst du intransitiv und transitiv verwenden. Dabei ändert sich nicht nur die Wortbedeutung, sondern es kann sich auch die Bildung des Perfekts mit dem Hilfsverb „sein” oder „haben” ändern (waren aufgebrochen / haben aufgebrochen)! Wenn transitive Verben ohne Akkusativobjekt einen vollständigen Satz bilden, spricht man in der deutschen Grammatik von einer „intransitiven Verwendung” des Verbs. Der Satz Ich trinke ist zwar vollständig, du kannst aber auch sagen Ich trinke einen Apfelsaft. Bei intransitiv verwendeten transitiven Verben lässt du in der Regel das Akkusativobjekt weg.

Fragen & Antworten

Was ist ein transitives Verb?

Transitive Verben fordern den Akkusativ im deutschen Satz. Sie bilden die Perfektformen mit dem Hilfsverb haben und du kannst sie in das persönliche Passiv setzen.

Wie erkennst du transitive Verben?

Transitive Verben werden in der Regel mit „tr.“ abgekürzt, intransitive mit „itr.“

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Wortschatz

  1. festhalten: hier: zusammenfassen
  2. fordern: brauchen, benötigen
  3. betreffen: etwas oder jemand, um das oder den es geht
  4. trauern: seelischen, psychischen Schmerz empfinden
  5. altern: älter werden
  6. irren: sich täuschen, verwechseln
  7. beruhen auf: begründet sein, von etwas kommen
  8. bestehen auf: auf etwas beharren/bestehen
  9. Einbrecher (der): ein Dieb/Räuber/Eindringling
  10. unerlaubt: nicht erlaubt, verboten

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Artikel von:

Fabienne

Die deutsche Sprache begeistert mich jeden Tag aufs Neue. Ich bin Dozentin und liebe es zu unterrichten.

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